Drittligist Paderborn sorgt im DFB-Pokal weiter für Furore

    20. Dezember 2017, 12:09
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    Erster Viertelfinal-Einzug der Vereinsgeschichte nach 1:0 über Ingolstadt – Mainz setzt sich gegen Stuttgart durch, Schalke eliminiert Köln, Mühe für Wolfsburg

    Paderborn/Mainz – Der FSV Mainz 05 ist am Dienstag trotz Rückstands ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen – und auch Drittligist SC Paderborn sorgt weiter für Furore. Mainz gewann das Duell der Bundesligisten gegen den VfB Stuttgart 3:1 (0:1) und steht zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder unter den letzten acht, Paderborn gelang dagegen zum ersten Mal ein Sieg im Pokal-Achtelfinale. Die Ostwestfalen bezwangen den Zweitligisten FC Ingolstadt 1:0 (0:0). Der 23-jährige ehemalige österreichische U21-Teamspieler Sebastian Wimmer wurde bei den Siegern in der 95. Minute eingewechselt. Bei den Verlierern saß Marco Knaller auf der Bank. Schalke 04 bezwang den 1. FC Köln mit viel Mühe 1:0 (0:0). Der VfL Wolfsburg hat sich erst in der Verlängerung mit 2:0 gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg durchgesetzt.

    Schalke blieb der Favoritenrolle im Duell mit Köln gerecht, siegte dank einem Kopfballtor von Max Meyer (63.) und durfte sich über das 13. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie freuen. Guido Burgstaller spielte durch und konnte in der Offensive mehrmals Akzente setzen, Alessandro Schöpf wurde in der 79. Minute ausgetauscht.

    In Mainz trafen Emil Berggreen (62.), Abdou Diallo (71.) und Suat Serdar (90.+3) für die Sieger, die sich auch über eine Prämie in Höhe von 1,273 Millionen Euro freuen dürfen. Christian Gentner (41.) war für den VfB erfolgreich. Die Viertelfinals stehen am 6. und 7. Februar 2018 auf dem Programm. Einen knappen Monat zuvor beginnt für die Mainzer wie für die Stuttgarter beim Rückrundenstart der Kampf gegen den Abstieg aus der Eliteklasse.

    Beide Mannschaften hatten zahlreiche Ausfälle zu beklagen. So fehlte beim Aufsteiger aus Stuttgart Stürmer Simon Terodde wegen einer Rippenprellung. Mehrere Medien meldeten allerdings vor der Partie, dass der 29-Jährige im Winter für zwei Millionen Euro Ablöse zum 1. FC Köln wechselt und den VfB schon verlassen hat.

    Wende nach der Pause

    Die 22.143 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen in der 6. Minute die erste gute Chance der Gastgeber durch den Ex-Stuttgarter Alexandru Maxim. Auch im Anschluss blieb der FSV am Drücker, Gerrit Holtmann vergab die nächste Gelegenheit (16.). In der 37. Minute hatte Chadrac Akolo die Möglichkeit zur VfB-Führung. Diese besorgte wenig später dann Gentner nach starker Vorarbeit Akolos.

    In der zweiten Halbzeit vergab Dennis Aogo die große Chance zum zweiten Stuttgarter Treffer. Der Ex-Schalker scheiterte mit einem Elfmeter am Mainzer Keeper Robin Zentner (54.). Dennoch lag im Anschluss ein Treffer der Gäste in der Luft. Doch dieser fiel auf der Gegenseite durch den kurz zuvor eingewechselten Berggreen. Neun Minuten später drehte Diallo das Spiel. In der Nachspielzeit machte Serdar alles klar.

    Paderborn eliminiert auch dritten Zweitligisten

    In Paderborn setzte sich das Team von Trainer Steffen Baumgart in einer spannenden Begegnung am Ende verdient gegen Bundesligaabsteiger Ingolstadt durch und bleibt damit als einziger Drittligist im Wettbewerb. Dort genießen die Ostwestfalen auch in der Runde der letzten Acht im Februar Heimrecht.

    Ben Zolinksi gelang in der 56. Minute der Siegestreffer für den Herbstmeister der 3. Liga, der in den Runden zuvor im FC St. Pauli und dem VfL Bochum bereits zwei Zweitligisten aus dem Wettbewerb geworfen hatte.

    Schalke setzt Erfolgsrun fort

    Schalke blieb zum 13. Mal in Folge ungeschlagen. Nach der besten Hinrunde seit 2011 beendeten die Königsblauen das Jahr mit einem weiteren Erfolgserlebnis. Köln schied drei Tage nach seinem ersten Bundesligasieg der Saison zwar erwartungsgemäß aus, machte es dem Favoriten aber sehr schwer. Interimstrainer Stefan Ruthenbeck sammelte trotz der Niederlage weitere Argumente für eine Weiterbeschäftigung.

    Max Meyer erlöste in der 63. Minute die Schalker: Der kleinste Spieler auf dem Platz traf per Kopf. Die Gelsenkirchener haben seit dem 23. September (0:2 bei 1899 Hoffenheim) kein Pflichtspiel mehr verloren. Gegen die kompakte Defensive des Bundesliga-Letzten taten sich die Gastgeber schwer. Geduld war gefragt.

    Nach der Pause suchten die Königsblauen den direkteren Weg zum Tor – und die Chancen häuften sich. Guido Burgstaller (51.) verfehlte aber ebenso das Ziel wie Harit (54.). Matija Nastasic war dem Führungstreffer noch näher: Den Schuss des Serben aus fünf Metern wehrte Horn mit dem Fuß ab (62.). 60 Sekunden später machte es Meyer besser: Nach einer Ecke von Bastian Oczipka köpfelte er den Ball über Freund und Feind hinweg ins lange Eck.

    Schwerarbeit für Wolfsburg

    Die "Wölfe" mussten 120 Minuten hart arbeiten, bis der 2:0-Erfolg nach Verlängerung gegen Nürnberg in der Tasche war. Georg Margreitter spielte für den 1. FC in der Innenverteidigung durch. Felix Uduokhai (97.), der aus kurzer Distanz vollendete, sich dabei auch gegen Margreitter durchsetzte, und Daniel Didavi (118.) machten erst spät alles klar und bewahrten die Wolfsburger vor einem Achtelfinal-Out wie im Vorjahr.

    Die restlichen vier Begegnungen, darunter der Schlager Bayern München gegen Peter Stögers Borussia Dortmunds gehen am Mittwoch über die Bühne.

    Das Viertelfinale wird am 7. Jänner ausgelost, Spieltermine sind der 6. und 7. Februar. (sid, red, 19.12.2017)

    • Ben Zolinski gerät nach seinem Treffer für Paderborn von unter einen Knäul jubelnder Teamkollegen zu liegen.
      foto: imago/eibner

      Ben Zolinski gerät nach seinem Treffer für Paderborn von unter einen Knäul jubelnder Teamkollegen zu liegen.

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