Zusammenschluss von RHI und Magnesita kostete 1.500 Jobs

19. Dezember 2017, 19:05
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In Österreich wurden insgesamt seit Juni jedoch Arbeitsstellen aufgebaut

Wien – RHI Magnesita, wie das Unternehmen nach Erfüllung aller Fusionsauflagen seit Ende Oktober offiziell heißt, sieht 2018 als "entscheidendes Jahr". Da werde sich zeigen, ob der Merger erfolgreich sei oder nicht.

Der Vorstandschef des seit kurzem an der Börse in London notierten Weltmarktführers bei feuerfesten Materialien, Stefan Borgas, zeigte sich am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten guter Dinge, dass eins plus eins am Ende mehr als zwei ergibt. Das Zusammenführen zweier so unterschiedlicher Unternehmenskulturen sei nicht einfach, zumal die österreichische RHI und die brasilianische Magnesita jahrelang schärfste Konkurrenten, ja Erzfeinde gewesen seien. "Mit entsprechend professioneller Herangehensweise ist es machbar", sagte der aus Deutschland stammende Manager.

Doppelgleisigkeiten im Vertrieb

In einem ersten Schwung fallen 750 Arbeitsplätze weg. 250 Mitarbeiter seien mit Bekanntwerden der Fusion gegangen, weitere 250 seien schon benannt und würden bis Ende des ersten Quartals 2018 ausscheiden, weitere noch zu identifizierende Mitarbeiter ein Jahr später. Borgas begründete den Schnitt mit Doppelgleisigkeiten insbesondere im Vertrieb, die man schrittweise eliminieren wolle.

Der Hauptteil falle in Brasilien weg, zumal die ehemalige Zentrale von Magnesita in São Paulo nicht mehr gebraucht wird. Sitz des fusionierten Unternehmens RHI Magnesita, das mit gut 14.000 Mitarbeitern in weltweit 35 Werken rund 2,5 Milliarden Euro umsetzt, ist Wien.

Holding in Niederösterreich

"Wir zahlen die Steuern in Österreich, auch wenn wir in Arnheim in den Niederlanden die Konzernholding haben", sagte Borgas. Das habe technische Gründe, weil andernfalls ein Delisting von der Wiener Börse nicht möglich gewesen wäre, der Brexit London als Holdingsitz aber nicht opportun erscheinen ließ.

Auch in Österreich seien Arbeitsplätze weggefallen, unterm Strich zähle man seit Juni aber um etwa zehn Prozent mehr Mitarbeiter – in Summe knapp 2000, von Veitsch bis Hochfilzen. In einem zweiten Schwung könnten nach Optimierung der Produktionsstandorte nochmals rund 750 Jobs wegfallen, sagte Borgas. (stro, 20.12.2017)

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