Journalismuspreis "von unten" vergeben

19. Dezember 2017, 18:32
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Beiträge Kim Kadlec, Benedict Feichtner und Alexander Steinbach, Isabell Widek, Matthias Hofer, Nadja Sarwat, Udo Seelhofer und Sandra Knopp, Juliane Nagiller, Cornelia Krebs ausgezeichnet

Wien – Am Montag wurde in Wien zum achten Mal der "Journalismuspreis von unten" vergeben. Bewertet und ausgewählt wurden die Beiträge von einer Jury bestehend aus Menschen mit Armutserfahrungen. Die Armutskonferenz schreibt seit 2010 den Preis aus, der "tiefgründige und respektvolle Armutsberichterstattung" prämiert.

In der Kategorie TV wurde Kim Kadlec für ihre ORF-Am-Schauplatz-Reportage "Millionen mit dem Wohnen" ausgezeichnet. Die Jury würdigte "die umfassende Analyse von Hintergründen und Zusammenhängen zum fundamentalen Thema Wohnen".

Der zweite Preis in der Kategorie Fernsehen ging an Benedict Feichtner und Alexander Steinbach für ihre Doku "Faktencheck Mittelmeerroute" ("ORF-Weltjournal"). Für die Dokumentation haben Feichtner und Steinbach viele Länder besucht und direkt mit den Menschen vor Ort gesprochen. Der Beitrag mache verständlich, warum Menschen den Weg von Afrika nach Europa wagen und warum für viele eine spätere Rückkehr ausgeschlossen ist.

Den Hauptpreis in der Kategorie Print holte Isabell Widek für ihr "Dossier Arbeit" im Magazin "News". Aus der Begründung der Jury: "Isabell Widek gelingt eine umfassende und kritische Aufarbeitung der Problematik rund um Arbeitsverlust, Arbeitslosigkeit und Arbeitssuche. Der Beitrag ist ausführlich, sachlich, informativ und beleuchtet das Thema von allen Seiten."

Matthias Hofer erhielt den zweiten Preis für mehrere Artikel rund um die Kürzungen bei der Mindestsicherung bei Pflegebedürftigen im "Kurier". In der Kategorie Online erhielt Nadja Sarwat die Auszeichnung für ihren ORF.at-Beitrag "Alleinerziehende in der Armutsfalle". Aus der Begründung der Jury: "Nadja Sarwat greift die Problematik rund um Kindesunterhalt auf, noch bevor dieser im Wahlkampf zu einem 'echten' politischen Thema wurde. Der Online-Artikel zeichnet sich vor allem durch die gelungene Mischung von Zahlen und Fakten mit den konkreten Lebensrealitäten von Betroffenen aus."

Der zweite Platz ging an Udo Seelhofer und Sandra Knopp und ihren Beitrag "Im Schatten der Armut", erschienen am Blog arbeit-wirtschaft.at. "Es wird deutlich herausgearbeitet, dass die steigenden Preise für Mieten die Gefährdung wohnungslos zu werden erhöhen. Und dass es dadurch für wohnungslose Menschen immer schwieriger wird, wieder eine leistbare Wohnung zu finden.

In der Kategorie Radio wurde Juliane Nagiller für ihre Sendung "Working poor" (Ö1 Radiokolleg) ausgezeichnet. Die Jury würdigte die vierteilige Sendung "als sehr informativ gestaltet und reich an Fakten. In hoher journalistischer Qualität und mit einem guten Spannungsbogen über die Teile bearbeite sie das Thema "Working poor" und die zugrunde liegenden Veränderungen am Arbeitsmarkt in allen Facetten.

Cornelia Krebs erhielt den zweiten Preis für ihr Ö1-Journal-Panorama zum Thema Altersarmut. "Cornelia Krebs beschäftigt sich in ihrem Beitrag mit einem ganz wichtigen Thema, welches in letzter Zeit und in Zukunft immer präsenter wird und unter die Haut geht. Gründe und Folgen von Altersarmut werden von verschiedenen Seiten beleuchtet, neben ProfessionistInnen kommen Betroffene ausführlich zu Wort", so die Jury.

Weiters auf der Shortlist des Journalismuspreis "von unten" und lobend erwähnt: Zoran Dobric (ORF-Sendung "Orientierung"), Gerlinde Pölsler ("Falter"), Max Hartmann (meins.orf.at), Yvonne Widler ("Kurier") und Tanja Malle von Ö1. (red, 19.12.2017)

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