"West Side Story": Liebe, die nicht sein darf

    18. Dezember 2017, 15:11
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    Am Innsbrucker Landestheater wurde die Inszenierung von Leonard Bernsteins Musical trotz Kitschs und Klischees ein Erfolg

    Innsbruck – Der in Barcelona geborene Tänzer Enrique Gasa Valga sorgt mit seinen Produktionen regelmäßig für ausverkaufte Häuser. Dass das Publikum den Chef der Tanzcompany am Tiroler Landestheater aber derart mit Lorbeeren bevorschusst, indem bereits vor der Premiere sämtliche Karten für die gesamte Spielzeit vergriffen sind, hat eine neue Dimension erreicht.

    So geschehen mit Leonard Bernsteins West Side Story, die am Samstag Premiere feierte. Und einmal mehr wurde Enrique Gasa Valga als Regisseur und Choreograf den Erwartungen gerecht.

    Zwischen hölzernen Wassertanks

    Die von ihm in Szene gesetzten Straßenkämpfe zwischen den Gangs der US-amerikanischen Jets und den aus Puerto Rico zugewanderten Sharks platziert er originalgetreu in die Scherbenvierteln der West Side im New York der 1950er-Jahre.

    Helfried Lauckner liefert dazu das entsprechende Bühnenbild. Zwischen hölzernen Wassertanks, vor einer stilisierten Neonglitzerskyline, hinter Drahtgitterkäfigen und in einer Bar, die an die Gemälde des Edward Hopper erinnert, findet der Showdown einer tragischen Liebesgeschichte statt.

    Mehr als dreißig Köpfe

    Einer Liebe in Shakespeare'schem Sinne zwischen der Puertoricanerin Maria (Sophia Theodorides) und dem zu den verfeindeten Jets zählenden Tony (Florian Stern), die einfach nicht sein darf. Gasa Valga hat bei der Auswahl des aus mehr als dreißig Köpfen bestehende Ensembles ein sicheres Händchen bewiesen. Er spiegelt mit seiner Besetzung den ethnischen Schmelztiegel des Big Apple wider.

    Die Darbietung wird musikalisch vom Tiroler Symphonieorchester unter der Leitung von Seokwon Hong begleitet. Auf Darstellerseite sei Lucía Isabel Haas Muñoz erwähnt, die eine furiose Anita gibt.

    Hart am Kitsch

    Auch wenn der eine oder andere Dialog vielleicht etwas holpert und manch eine Szene hart am Kitsch und am Klischee kratzt, tut dies dem famosen Gesamteindruck keinen Abbruch. (Dorothea Nikolussi-Salzer, 18.12.2017)

    • Leonard Bernsteins Klassiker "West Side Story" wird  am Innsbrucker Landestheater heftig beklatscht.
      foto: rupert larl

      Leonard Bernsteins Klassiker "West Side Story" wird am Innsbrucker Landestheater heftig beklatscht.

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