Violett ist die Hoffnung: Austria-Sieg tat "doppelt gut"

18. Dezember 2017, 13:38
36 Postings

1:0 gegen Sturm brachte Aufatmen vor Winterpause – Sturm-Trainer Foda nach seinem letzten Spiel: "Da waren schon Emotionen dabei"

Wien – Ein erleichterter Austria-Coach Thorsten Fink hat sich am Sonntag in die siebenwöchige Bundesliga-Pause verabschiedet. Das 1:0 über Winterkönig Sturm Graz, der erst zweite Sieg in den jüngsten zehn Runden, ließ die Veilchen wieder Hoffnung schöpfen. Und auch die Grazer blicken trotz der vierten Saisonniederlage dem Frühjahr mit Freude entgegen.

"Ich freue mich für die Mannschaft, dass sie mit einem positiven Erlebnis in die Winterpause geht", meinte Fink, dessen personell arg gebeutelte Truppe dank des Eigentors von Deni Alar (53.) den ersten Heimsieg nach sieben erfolglosen Versuchen und den ersten Erfolg nach vier Pflichtspielen einfuhr. Der Rückstand auf Rang vier reduzierte sich auf fünf Punkte. "Nach drei Monaten, in denen es nicht so gut gelaufen ist, tut das doppelt gut."

Dass das Thema Europa League seit dem letzten Gruppenspiel am 7. Dezember erledigt ist, erwies sich wohl als kein Hindernis. "Man hat schon gemerkt, dass wir uns diesmal eine ganze Woche vorbereiten haben können. Wir waren ein bisschen frischer", meinte etwa Austria-Motor Raphael Holzhauser. Fink bestätigte das. "In der Rückrunde können wir die Spiele dann Woche für Woche angehen. Ein englischer Rhythmus ist schwierig für eine junge Mannschaft", betonte der Deutsche. Zum Frühjahrsauftakt am 3. Februar im Wiener Derby hat er aller Voraussicht nach wieder mehrere zuletzt fehlende Kicker mit an Bord.

"Tarkan Serbest hat ein hervorragendes Spiel gemacht"

Nicht zuletzt deshalb freute sich Fink über die Null. "Ich bin sehr zufrieden, dass wir mit dieser jungen Abwehr ohne Gegentor geblieben sind", sagte er. Goalie Patrick Pentz, der zum dritten Mal in dieser Bundesligasaison nicht hinter sich greifen musste, war glücklich: "Es fühlt sich sehr gut an, ein überragender Abschluss." Explizites Lob hatte Fink aber nicht nur für die Defensivreihe, sondern auch den Mann davor parat: "Tarkan Serbest hat ein hervorragendes Spiel gemacht, man hat gesehen, dass Raphael Holzhauser ihn schon braucht, um Bälle zu erkämpfen."

Dem künftigen ÖFB-Teamcoach Franco Foda streute er Rosen. "Dein Nachfolger wird es nicht einfach haben", sagte er im Hinblick auf Heiko Vogel, der im Winter in Graz übernimmt. Foda selbst sah zum Abschluss seiner Sturm-Ära von seiner Truppe "kein so gutes Spiel", war aber überzeugt, man hätte "auf jeden Fall" einen Punkt verdient gehabt. Gerade die erste Hälfte sei kein Ruhmesblatt gewesen: "Wir waren zu passiv, haben es versäumt, den zweiten Ball zu bekommen. Wir hatten gute Umschaltmomente, haben sie aber ganz schlecht fertiggespielt."

Foda gab sich wie immer abgeklärt, gestand aber, nach Abpfiff mit seinen Gefühlen gekämpft zu haben. "Nachdem mich die Fans gefordert haben, waren schon Emotionen dabei", erklärte er. Durchaus starke, offensichtlich. "Es war schlimmer", meinte er im Hinblick auf den bereits eine Woche zuvor erfolgten Abschied vor Heimpublikum.

Zwar verabsäumten es die Grazer, den Vorsprung auf Salzburg auf vier Punkte auszubauen. Zahlreiche starke Auftritte in den ersten 20 Runden sind ihnen aber nicht mehr zu nehmen. "Die Mannschaft hat einen unglaublichen Charakter. Vor der Saison haben uns nicht viele zugetraut, dass wir so einen Herbst spielen", meinte Alar. Sein Offensivkollege Marvin Potzmann warnte freilich vor Euphorie: "Vom Meistertitel brauchen wir jetzt nicht reden. Wir haben noch 16 Spiele." (APA, 18.12.2017)

  • Man muss die Feste feiern, wie sie fallen: Irgendwie landete der Ball im Tor.
    foto: apa/expa/thomas haumer

    Man muss die Feste feiern, wie sie fallen: Irgendwie landete der Ball im Tor.

Share if you care.