Eltern von getötetem polnischen Lastwagen-Fahrer kritisieren Berlin

    18. Dezember 2017, 13:12
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    Vater von erstem Berliner Anschlagsopfer nennt deutsche Behörden "respektlos", Anteilnahme blieb

    Berlin – Die Eltern des von dem Breitscheidplatz-Attentäter getöteten polnischen Lkw-Fahrers Lukasz Urban haben der deutschen Regierung mangelnde Anteilnahme vorgeworfen. Ihre Familie hätte sich ein "persönliches Kondolenzschreiben" oder ein ähnliches Signal gewünscht, sagte Janina Urban, die Mutter des Fahrers, der "Deutschen Welle". Sein Vater Henryk Urban nannte die deutschen Behörden "respektlos".

    Wegen ihres Verhaltens nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz vor rund einem Jahr steht die deutsche Regierung massiv unter Kritik von Angehörigen der insgesamt zwölf Todesopfer. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich an diesem Montag erstmals mit ihnen treffen.

    Leiche im Führerhaus gefunden

    Nach Angaben der "Deutsche Welle" vom Montag wird die Witwe von Lukasz Urban an der Zusammenkunft mit Merkel teilnehmen, seine Eltern jedoch nicht. Mutter und Vater wollen demnach aber zu der Gedenkfeier für den Anschlag am Dienstag nach Berlin kommen.

    Der Lastwagenfahrer war das erste Opfer des Attentäters Anis Amri. Der Tunesier kaperte seinen Lkw und erschoss den Fahrer. Das Fahrzeug steuerte er später auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche. Urbans Leiche wurde im Führerhaus gefunden. (APA, 18.12.2017)

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