Bau der S7-Schnellstraße zwischen Steiermark und Burgenland begonnen

    18. Dezember 2017, 13:10
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    Die Fürstenfelder Schnellstraße soll ab 2023 von Riegersdorf nahe der A2 bis nach Heiligenkreuz führen

    Fürstenfeld/Eisenstadt – Die seit eineinhalb Jahrzehnten geplante Fürstenfelder Schnellstraße (S7) wird gebaut. Der Baustart war ursprünglich für 2007 geplant gewesen, doch Einsprüche bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und beim Wasserrecht verzögerten das Anrücken der Bagger. Vor wenigen Tagen war es aber so weit, es wurde mit der Errichtung der Baustraße begonnen.

    Bereits vor mehr als zwei Jahren hatte der damalige steirische Landeshauptmann Franz Voves mit seinem burgenländischen Amtskollegen Hans Niessl (beide SPÖ) den Spatenstich gefeiert – zu früh, wie sich herausstellte, denn abermals verhinderten Einsprüche der S7-Gegner den Baustart. Nachdem die Gerichte aber sowohl die UVP als auch die Wasserrechtsbescheide über mehrere Instanzen hinweg bestätigt haben, sei nun laut Bauherr Asfinag der Abschnitt West von Riegersdorf bis Dobersdorf "wasserdicht". Vorstandsdirektorin Karin Zipperer sagte, dass die Ampel "jetzt aber wirklich" auf Grün stehe: "Alle Bescheide sind am Tisch. Mit der Errichtung der Baustraße wurde vor einigen Tagen begonnen."

    Weniger Verkehrslärm in Ortschaften

    Ziel sei es, die Bewohner der Ortschaften zwischen der Südautobahn (A2) und dem burgenländisch-ungarischen Grenzübergang Heiligenkreuz "vom Verkehrslärm zu entlasten". Zudem soll 80 Prozent des Verkehrs künftig im höherrangigen Netz fließen, was eine zusätzliche Verkehrssicherheit bringe. Die Genehmigungen für den Abschnitt Ost, von Dobersdorf bis Heiligenkreuz, laufen. Insgesamt dürfte die S7 rund 648 Millionen Euro kosten.

    Niessl erklärte beim Pressegespräch am Montag in Fürstenfeld, dass er seit 17 Jahren Landeshauptmann ist und von Anfang an mit der S7 beschäftigt war. Er meinte, die Politik hatte nach dieser langen Zeit schon ein Glaubwürdigkeitsproblem: "Ich habe mich fast nicht mehr getraut zu sagen, wann die S7 nun wirklich kommt." Er erinnerte an die "kleinen, aber gut organisierten Proteste" in den vergangenen Jahren – etwa der "Allianz gegen die S7". Umso mehr betonte er nun, dass knapp 100 Mio. Euro der Projektsumme in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen investiert werden.

    Hermann Schützenhöfer (ÖVP), der nach Waltraud Klasnic (ÖVP) und Voves nun als dritter steirischer Landeshauptmann mit der S7 beschäftigt ist, meinte zu Niessl: "Ich hoffe, ich bin der letzte, mit dem du den Baubeginn abfeierst." Der steirische ÖVP-Chef fand, dass die 17 Jahre eindeutig zu lange waren – "das ist nicht zumutbar". Er wolle – vor allem mit der neuen Bundesregierung – "ohne Schaum vor dem Mund" überlegen, wie man Verfahren zwar beeinspruchen kann, aber ohne Schaden für Region und Wirtschaft durch Verzögerungen.

    Verkehrsfreigabe im Jahr 2023

    Zipperer zufolge soll die Verkehrsfreigabe für die gesamte S7 im Jahr 2023 sein. Baubeginn für den Abschnitt Ost ist für 2020 geplant. Der Abschnitt West ist 14,8 Kilometer lang und führt von der A2 bei Riegersdorf nördlich der Siedlungsbereiche von Großwilfersdorf, Altenmarkt und Fürstenfeld bis Dobersdorf. Errichtet werden je zwei Fahrstreifen. Im Verlauf werden zwei Tunnels zu bauen sein: die Unterflurtrasse Speltenbach, etwa einen Kilometer lang, und der Tunnel Rudersdorf, etwa 2,9 Kilometer lang – letzterer sei das "Herzstück" des Abschnittes West. 24 Brücken mit Längen zwischen zehn und 200 Metern kommen hinzu, sowie Lärmschutzmaßnahmen im Ausmaß von rund 14.000 Quadratmetern.

    Zu den Ausgleichsmaßnahmen im ersten Abschnitt gehören 14 Amphibienlaichgewässer, 18 Hektar Wiesen als Ausgleichsfläche und 24 Hektar Brachland. Rund 50.000 Bäume werden zur Waldverbesserung neu gepflanzt und etwa 200 Fledermausnistkästen sowie zehn Schwarzstorchhorste werden gebaut. (APA, 18.12.2017)

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