US-Regierung soll Seuchenbehörde CDC Begriffsverbote erteilt haben

18. Dezember 2017, 11:47
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"Transgender", "Fötus" oder "auf wissenschaftlicher Grundlage" darf Forschern zufolge nicht mehr geschrieben werden. Die Regierung dementiert

Washington – Wissenschafter haben der US-Regierung einen Maulkorberlass für die Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) vorgeworfen. Forschungsvertreter reagierten am Wochenende empört auf Versuche der Regierung, für bestimmte Berichte der Behörde eine neue Sprachregelung einzuführen, um bestimmte Wörter zu verbannen.

Nach Informationen der "Washington Post" wurden CDC-Experten aufgefordert, in allen Papieren zu ihrem Haushaltsentwurf Wörter wie "Transgender", "Fötus", "Diversität", "gefährdet", "auf wissenschaftlicher Grundlage" oder "auf der Grundlage von Beweisen" nicht mehr zu verwenden.

Proteststurm gegen Zensur

"Zu den verbotenen Begriffen für Budgetdokumente des CDC gehören 'auf wissenschaftlicher Grundlage' oder 'auf der Grundlage von Beweisen'. Hier ein Wort, das noch erlaubt ist: Lächerlich" mokierte sich die wissenschaftliche Gesellschaft American Association for the Advancement of Science (AAAS) im Kurznachrichtendienst Twitter.

Der Vize-Chef des Zentrums für Wissenschaft und Demokratie, Michael Halpern, sagte, nur wer offen und ehrlich über öffentliche Gesundheitsrisiken und deren mögliche Opfer spreche, könne sie auch wirksam bekämpfen.

Die Bewegung March for Science, die in diesem Jahr tausende Menschen auf die Straßen gebracht hatte, forderte eine Rücknahme der Zensur: Wissenschafter müssten offen über ihre Forschung und deren Auswirkungen auf die Welt sprechen dürfen.

"Falsche Beschreibung der Diskussionen"

Das Gesundheitsministerium als Vorgesetzte der Seuchenbehörde wies den Bericht der "Washington Post" zurück. Die Behauptung, das Ministerium verbiete Worte, sei eine "völlig falsche Beschreibung der Diskussionen zur Ausformulierung von Budget-Fragen", erklärte Sprecher Matt Lloyd.

Für die Gesundheitsfürsorge werde das Ministerium weiterhin die bestmöglichen wissenschaftlichen Befunde heranziehen, so Lloyd. Er fügte hinzu, sein Ministerium ermutige auch weiter dazu, zur Bewertung von Programmen und für Budgetentscheidungen auf wissenschaftlich belegte Zahlen und Daten zurückzugreifen. (APA, red, 18.12.2017)

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