Medienprozess Jeannée versus Fellner geht in die Verlängerung

18. Dezember 2017, 10:40
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Ob "Krone"-Mann Michael Jeannée seine Texte sturzbetrunken schreibt, wie "Österreich" behauptete, bleibt offen. Vergleichsgespräche laufen

Wien – Der von "Kronen Zeitung"-Kolumnist Michael Jeannée angestrengte Prozess gegen das Konkurrenzmedium "Österreich" entwickelt sich für Richter Stefan Apostol zu einer langwierigen Geschichte. Das am 10. August begonnene Verfahren um die Behauptung, Jeannée würde seine Beiträge gewohnheitsmäßig unter erheblichem Alkoholeinfluss verfassen, wird wohl in diesem Jahr nicht mehr enden.

Dabei wären am Montag mehrere Zeugen aufgeboten worden – so die beiden ehemaligen "Krone"-Mitarbeiter Friedrich Dragon und Michael Kuhn sowie der auch für den STANDARD tätige Publizist Robert Misik. Einzig Journalist Dieter Chmelar erschien nicht und bekam von Apostol 500 Euro Ordnungsstrafe aufgebrummt – Chmelar hatte den Richter zwar angerufen, um eine Erkältung zu melden, konnte aber vorerst kein Attest dafür liefern.*

Auf die Zeugenaussagen über die Arbeitsweise des 74-jährigen Jeannée wartete man aber vergeblich – dessen Anwalt Roland Bauer und "Österreich"-Vertreter Peter Zöchbauer führten zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit 20 Minuten lang Vergleichsgespräche. Da eine Einigung nicht völlig abwegig erscheint, gibt es mehr Zeit, Apostol vertagt schließlich auf den 15. Februar. (Michael Möseneder, 18.12.2017)

*Update: Chmelars Ordnungsstrafe wurde nach Vorlage eines ärztlichen Attest aufgehoben, teilte Dieter Chmelar am Dienstag mit.

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