Niederlage gegen die Austria zum Abschied für Foda

17. Dezember 2017, 18:35
250 Postings

Eigentor von Alar brachte Entscheidung im letzten Liga-Match des Jahres – Für Sturm endet ein Erfolgslauf, für die Austria eine Misserfolgsserie

Wien – Das letzte Bundesliga-Spiel dieses Jahres hat am Sonntag mit einer Überraschung geendet. Der kriselnden Austria gelang im Happel-Stadion durch ein Eigentor von Deni Alar (53.) ein 1:0-Sieg über Tabellenführer Sturm Graz, der dadurch mit nur einem Punkt Vorsprung auf Red Bull Salzburg in die Pause geht. Die Wiener überwintern als Sechster.

Für die Veilchen war es der erste Heimsieg nach sieben Versuchen und der erste Erfolg nach vier Pflichtspielen. Die Steirer kassierten in ihrem letzten Match unter dem künftigen Teamchef Franco Foda nach vier Siegen in Folge wieder eine Niederlage.

In der ersten Hälfte hatte noch viel auf eine Nullnummer hingedeutet. Die Austria präsentierte sich eine Spur initiativer, kam aber ebenso wenig wie Sturm zu zwingenden Chancen. Am gefährlichsten wurde es im Grazer Strafraum noch in der 37. Minute, als Kevin Friesenbichler nach Flanke von Thomas Salamon am Abschluss gehindert wurde. Auf der Gegenseite landeten ein Kopfball von Alar (22.) und ein Weitschuss von Stefan Hierländer (45.+1) in den Händen von Austria-Goalie Patrick Pentz.

Keine rote Karte für Friesenbichler

Zumindest einen negativen Höhepunkt gab es vor dem Seitenwechsel. In der 28. Minute trat Friesenbichler mit den Stollen in Kniehöhe gegen das Standbein von Thorsten Röcher, der wenig später ausgetauscht werden musste. Schiedsrichter Manuel Schüttengruber sah das brutale Foul aus nächster Nähe, zeigte Friesenbichler aber nicht einmal die gelbe Karte.

Nach dem Seitenwechsel standen dann die Torraumszenen im Mittelpunkt. In der 53. Minute brachte Raphael Holzhauser einen Eckball zur Mitte, die Sturm-Abwehr reagierte konfus und Alar misslang auf der Linie stehend ein Rettungsversuch – der ÖFB-Teamspieler beförderte den Ball mit der Ferse ins eigene Tor.

Die Gäste antworteten mit drei großen Möglichkeiten im Minutentakt. Nach Flanke von Hierländer knallte Fabian Koch den Ball volley weit über das Tor (56.), Philipp Zulechner scheiterte allein vor dem Tor an Pentz (57.) und nach dem darauffolgenden Corner flog ein Kopfball von Christian Schoissengeyr nur knapp über die Latte (58.).

Sturm nicht mehr zwingend

In der Folge konnte die Austria die Partie wieder etwas beruhigen und kam das eine oder andere Mal vielversprechend vor das Sturm-Tor. In der 69. Minute scheiterte Felipe Pires am Grazer Schlussmann Jörg Siebenhandl, sieben Minuten später verzog der Brasilianer aus guter Position. In der 77. Minute misslang Holzhausers Versuch eines Seitfallziehers vom Elfmeterpunkt. Kurz vor Schluss fand Pires neuerlich in Siebenhandl seinen Meister.

Sturm kam im Finish trotz Feldüberlegenheit zu keiner großen Einschussmöglichkeit mehr – zur Freude der Austria, deren durchwachsene und von zahlreichen Verletzungen geprägte Herbstsaison versöhnlich ausklang. Weiter geht es für die Veilchen am 3. oder 4. Februar 2018 mit dem Derby bei Rapid. Sturm muss im ersten Spiel unter Foda-Nachfolger Heiko Vogel beim SV Mattersburg antreten. (APA, 17.7.2017)

Bundesliga, 20. Runde, Sonntag

FK Austria Wien – SK Sturm Graz 1:0 (0:0)
Ernst-Happel-Stadion, 6.400 Zuschauer, SR Schüttengruber

Tor: 1:0 (53.) Alar (Eigentor)

Austria: Pentz – Gluhakovic, Blauensteiner, Kadiri, Salamon – Serbest – Tajouri (89. De Paula), Prokop (64. Alhassan), Holzhauser, Pires – Friesenbichler (84. Monschein)

Sturm: Siebenhandl – Koch, Schoissengeyr, Maresic (84. Filip) – Hierländer, Zulj, Jeggo (74. Eze), Lykogiannis – Potzmann, Alar, Röcher (34. Zulechner)

Gelbe Karten: Serbest, Holzhauser bzw. Potzmann, Jeggo, Hierländer, Eze

Stimmen

Thorsten Fink (Austria-Trainer): "Vom Chancenverhältnis her war es ungefähr gleich. Ich bin sehr zufrieden, dass wir mit dieser jungen Abwehr ohne Gegentor geblieben sind. Ich freue mich für die Mannschaft, dass sie mit einem positiven Erlebnis in die Winterpause geht. Nach drei Monaten, in denen es nicht so gut gelaufen ist, tut das doppelt gut."

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "In der ersten Hälfte war es von uns kein so gutes Spiel. Nach dem Gegentor sind wir aber besser ins Spiel gekommen. Insgesamt war es ausgeglichen. Trotz allem muss ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, sie hat sich nie aufgegeben. Es war bis jetzt eine tolle Saison, wir hätten noch gerne einen Punkt mitgenommen."

  • Die Austria vermiest Franco Fodas Abschied bei Sturm.
    foto: apa/haumer

    Die Austria vermiest Franco Fodas Abschied bei Sturm.

  • Ein Eigentor von Deni Alar beendet die Herbstsaison.
    foto: apa/haumer

    Ein Eigentor von Deni Alar beendet die Herbstsaison.

Share if you care.