Netzneutralität: Deutsche Behörde geht gegen "StreamOn" der Telekom vor

    15. Dezember 2017, 14:34
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    Bundesnetzagentur untersagt bestimmte Teile des Angebots der Deutschen Telekom

    Die deutsche Bundesnetzagentur hat zum Schutz der Netzneutralität Teile eines Zusatzangebots der Deutschen Telekom für Filme und TV-Serien im Internet untersagt. Der zu bestimmten Mobilfunktarifen buchbare Dienst "StreamOn" könne weiterhin angeboten werden, sagte am Freitag der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. "Im Interesse der Verbraucher sind aber Anpassungen bei der Ausgestaltung notwendig".

    Telekom ficht Entscheidung an

    Die Telekom kündigte rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an, die sie "absolut nicht nachvollziehbar" nannte. "StreamOn" sei ein kostenloses Produkt, gegen das es keinerlei Beschwerden von Partnern und Kunden gebe, sagte ein Telekom-Sprecher.

    Nach Ansicht der Bundesnetzagentur muss das Angebot indes dem Prinzip "Roam-like-at-home" entsprechen, mit dem in der EU seit diesem Jahr Zusatzgebühren bei der Datennutzung in anderen Mitgliedsländern entfallen sollen. Den Kunden müsse zudem im Sinne der Netzneutralität das Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stehen. Derzeit wird nach Angaben der Agentur in bestimmten Magenta-Tarifen die Datenübertragungsrate beim Videostreaming reduziert, so dass die Filme in geringerer Qualität zu sehen sind. Die Telekom müsse die Nachbesserungen bis März umsetzen, sonst drohe ein Zwangsgeld.

    In der EU gelten seit 2015 Regeln zur Netzneutralität. In den USA hatte die zuständige Behörde ähnliche Vorgaben am Donnerstag aufgehoben. (Reuters, 15.12.2017)

    • Die Bundesnetzagentur sieht in Teilen von "StreamOn" einen Verstoß gegen die Netzneutralität.
      foto: derstandard.at/pichler

      Die Bundesnetzagentur sieht in Teilen von "StreamOn" einen Verstoß gegen die Netzneutralität.

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