Oliver Bottini: Landraub im Banat

    18. Dezember 2017, 12:58
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    In "Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens" macht der deutsche Autor ein düsteres Stück Zeitgeschichte greifbar

    Eine Gegend, fern und doch so nah: das Banat in Rumänien, über dessen fruchtbaren Boden Investoren wie die Geier herfallen. Saudis, Niederländer, Deutsche, Dänen und Österreicher kaufen tausende Hektar Ackerland auf. Es wird geschachert, gerafft und bestochen. Der Landraub, der sich halb im Geheimen abspielt, befeuert kriminelle Strukturen. Oliver Bottinis faszinierender Krimi ist bestürzend wie packend. Als die Tochter eines deutschen Großinvestors, der seinen Wohnsitz aus der Ex-DDR nach Rumänien verlegt hat, ermordet wird, wird ihr rumänischer Freund verdächtigt. Aber hinter der Tat stehen ganz andere Mächte.

    Auch Bottinis Ermittler sind hüben wie drüben keine unschuldigen Menschen. Die Biografien haben einen doppelten Boden. Kommissar Cozma hat in der Zeit der Diktatur Gefangene misshandelt und fürchtet sich vor später Strafverfolgung. Auf der deutschen Seite sind die Erinnerungen an die Stasi immer noch da. Bottini macht ein düsteres Stück Zeitgeschichte greifbar und zeigt, was ein richtig guter Krimi leisten kann. (Ingeborg Sperl, 18.12.2017)

    Oliver Bottini, "Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens". € 22,70 / 407 Seiten. DuMont, 2017

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