Stoffwechsel: Wenig Schlaf wirkt sich bei Frauen und Männern unterschiedlich aus

    16. Dezember 2017, 07:00
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    Nach einer schlaflosen Nacht bilden Frauen vermehrt das Enzym DPP-4. Das kann zu Übergewicht, Leberverfettung und Insulin-Unempfindlichkeit führen

    Wer zu wenig ruht oder schlecht schläft, hat ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes. Ähnliche Auswirkungen auf den Stoffwechsel hat auch eine verstärkte Aktivität des Enzyms DPP-4, das wichtige Darmhormone des Zuckerstoffwechsels hemmt. Wird DPP-4 verstärkt gebildet und ins Blut abgegeben, kann das zu einer Körperfettzunahme, Fettleber sowie zu einer Insulin-Unempfindlichkeit führen. Das haben verschiedene Studien des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) gezeigt.

    Bislang war jedoch ungeklärt, ob Schlafmangel die Aktivität von DPP-4 beeinflusst. Dieser Frage sind nun Forscher des DIfE und der Universität Uppsala nachgegangen. Sie haben die Aktivität von DDP-4 im Blut bei 13 Frauen und zwölf Männern (Alter 18-28 Jahre) am Morgen nach einer normalen Nachtruhe (mit sieben Stunden Schlaf und mehr) oder einer Nacht ohne Schlaf gemessen. Dabei konnten sie deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen. "Nach einer schlaflosen Nacht nahm bei Frauen die Aktivität des zirkulierenden DPP-4 um etwa 14 Prozent zu. Anders sah es bei Männern aus. Hier sank die DPP-4-Aktivität um etwa elf Prozent", erläutert Christian Benedict, Senior-Autor und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Neurowissenschaften (Sleep and Chronobiology) der Universität Uppsala.

    Die Autoren vermuten, dass mangelnder Schlaf bei Männern und Frauen über unterschiedliche Wege zu einer Stoffwechselerkrankung führen kann. "Obwohl reduziertes DPP-4 als eine günstige metabolische Reaktion von Männern auf Schlafverlust angesehen werden kann, ist zu beachten, dass chronisch schlechte Schlafmuster das Risiko für die Entwicklung von Stoffwechselerkrankungen (z.B. Fettleibigkeit) bei beiden Geschlechtern erhöhen", sagt Heike Vogel, Co-Senior-Autorin der Studie und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie des DIfE. (red, 16.12.2017)

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      Bei Schlaflosigkeit sinkt bei Männern die morgendliche Aktivität des Enzyms, das wirkt sich tendenziell positiver auf den Stoffwechsel aus.

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