Seltene Verkettung von Naturereignissen bei Schweizer Felssturz

15. Dezember 2017, 11:58
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Experten legten Untersuchung zu Katastrophe von Bondo vor, bei der drei Millionen Kubikmeter Fels im August auf Gletschereis stürzten

Bondo – Der Bergsturz im Schweizer Bondo und der folgende gewaltige Murgang waren laut einer Expertengruppe des Kantons eine weltweit sehr seltene Verkettung von Naturereignissen, wie die Arbeit einer Expertengruppe ergab. Fatal war, dass die Felsmassen vom Pizzo Cengalo auf den darunterliegenden Gletscher stürzten.

Drei Millionen Kubikmeter Fels, das Volumen von 3.000 Einfamilienhäusern, stürzten am 23. August auf das Gletschereis, wie das Bündner Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement am Freitag vor den Medien mitteilte. Innerhalb von Sekunden trugen die Felsmassen viel Eis ab, pulverisierten dieses oder schmolzen es gar. Acht Personen, darunter ein steirisches Ehepaar, werden seit dem Unglück vermisst.

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Im August flossen in mehreren Murgängen 500.000 Kubikmeter Schutt das Val Bondasca hinab bis nach Bondo.

Wasser brachte Gestein in Bewegung

Zusammen mit Wasser aus der Umgebung hat das frei gewordene Wasser die abgestürzten Gesteinsmassen in Bewegung gebracht und einen Schuttstrom geformt, der sich durch das Val Bondasca bis in den Talboden bei Bondo ergoss. Das sind die Erkenntnisse einer fast zwanzigköpfigen Expertengruppe, die vom Kanton zur Aufarbeitung der Naturereignisse eingesetzt wurde.

Durch Messungen wussten die Behörden im August, dass ein größerer Bergsturz bevorstand. Der Felssturz kam trotzdem überraschend. Ausgerechnet in den Tagen vor dem 23. August war der Fels am Pizzo Cengalo "sehr ruhig".

Insgesamt flossen im August in mehreren Murgängen 500.000 Kubikmeter Schutt das Val Bondasca hinab bis nach Bondo. Weitere 1,5 Millionen Kubikmeter Felssturzmaterial türmen sich weiterhin im Seitental. Laut den Experten können diese durch genügend Wasser mobilisiert werden und als erneuter Murgang bis nach Bondo vordringen.

Weitere Felsstürze möglich

Auch weitere Bergstürze drohen dem kleinen Bergdorf im Bündner Südtal Bergell. Am Piz Cengalo ist weiterhin mehr als eine Million Kubikmeter Fels in Bewegung. Langfristig könnten sich bis zu drei Millionen Kubikmeter aus der Wand lösen können, also nochmals das gleiche Volumen des Bergsturzes vom 23. August.

Das Fazit der Experten: In den nächsten Jahren müssen die Einwohner von Bondo bei starken Niederschlägen oder erneuten Bergstürzen mit kleineren und größeren Murgängen rechnen. (APA, 15.12.2017)

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