Gar nicht Käse: Wohnen in Scheune und Sennerei

    Ansichtssache26. Dezember 2017, 13:00
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    Ein Bildband zeigt, wie nachhaltiges und naturverbundenes Wohnen auf dem Land funktioniert

    foto: bodo mertoglu

    Bewohner von Landhäusern in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich haben ihre Türen geöffnet und zeigen vor, wie mit historischen Baustoffen, alter Bausubstanz und natürlichen Stoffen zeitgemäß und respektvoll gearbeitet werden kann.

    Wo früher Stroh gelagert wurde, wird heute gewohnt und gegessen. Diese alte Scheune an der Ostsee stammt aus dem Jahr 1890. Ein Architekt, der dort als Kind von den Deckenbalken ins weiche Heu sprang, hat sie behutsam umgebaut. Die alten Holzbalken fungieren als Raumtrenner zwischen Küche und Wohnzimmer. Große Fenster bringen die Natur in den Wohnraum.

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    foto: bodo mertoglu

    Nicht nur traditionelle Holzelemente, sondern auch Glas und Stahl prägen dieses historische Bauernhaus im Schwarzwald. Der Hausherr frönt seiner Pferdeliebe mit einer traditionellen Stalltür im Eingangsbereich.

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    foto: bodo mertoglu

    Von der alten Bausubstanz aus dem Jahr 1690 wurde viel erhalten. Der idyllische Schwimmteich dient zugleich als Tauchbecken, denn eine Tür führt vom Badezimmer, wo sich auch eine Sauna befindet, genau dort ins Freie.

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    foto: bodo mertoglu

    Nahe der niederländischen Stadt Utrecht liegt diese denkmalgeschützte ehemalige Käserei. Die historischen Eichenbalken im Wohnraum wurden erhalten, indem neue Eisenverstrebungen für Stabilität sorgen.

    Die Lage an einem Seitenarm des Rheins macht das stadtnahe Wohnen auf dem Land für die Bewohner perfekt: Per Boot können sie bis in die Grachten des Stadtzentrums fahren und das Auto getrost stehenlassen.

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    foto: bodo mertoglu

    Die Wiederverwendung historischer Baustoffe spielte bei diesem Projekt eine große Rolle: Für den Dreiseithof in Brandenburg wurde innen umweltfreundlicher Lehmputz verwendet. In der Region verbreitete rote Ziegel prägen die Fassade.

    Das Prunkstück in der ehemaligen Scheune ist das riesengroße Fenster. Die Kochinsel wurde aus alten Ziegelsteinen gemauert.

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    foto: bodo mertoglu

    In Voralberg steht dieses um moderne Elemente ergänzte Bauernhaus. Außen prägen traditionelle Holzschindeln die Fassade, innen stehen moderne Designermöbel. Spektakulär: die grandiose Aussicht auf die Berge im Bregenzerwald.

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    foto: bodo mertoglu

    Fast 500 Jahre hat diese Tenne im oberbayrischen Inntal in den Balken. Eine massive Holzblockwand zwischen dem ehemaligen Wohnbereich und der Tenne steht heute noch stabil auf einem Sockel aus Steinen. Diese sogenannten Bachbummerln wurden einst in einem nahegelegenen Bach gesammelt und zusammengetragen. Die Stiege, die zum oben gelegenen Schlaf- und Badezimmer führt, wurde erhalten.

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    foto: bodo mertoglu

    Ein Haus im Haus in Hessen: Hier hat der Bauherr einen Betonbau mitten in die elterliche Scheune gesetzt. Außen wurde der historische Charakter des alten Hauses bewahrt, im Inneren sind viele moderne Elemente zu finden. Dach- und Fachwerkverglasungen und Scheunentore sorgen dafür, dass es in dem modernen "Zubau" nicht zu dunkel ist.

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    foto: bodo mertoglu

    Ein stillgelegter alter Bauernhof in Oberbayern dient heute als Reiterhof und Wohnhaus. Die regional typischen Fensterläden sind originalgetreu nachempfunden. Von außen gut zu sehen sind die langen Holzbalken – sie erinnern an den früheren Scheunenboden. Oben gibt es eine Galerie, von der aus sich ein herrlicher Blick in die Natur bietet.

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    foto: bodo mertoglu

    Auch in einem ehemaligen Kuhstall kann man gut wohnen. Im schweizerischen Scharans ist so ein modernes Wohnhaus entstanden. Auf 110 Quadratmetern lautete die Aufgabe, die Besonderheiten des ehemaligen Stalls klar erkennbar zu erhalten. Die alte Holzeinfassung etwa wurde als natürlicher Sichtschutz erhalten. Bei Bedarf lässt sich das große Scheunentor öffnen und sorgt für mehr Tageslicht. (adem, 26.12.2017)

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    foto: buchcover/bodo mertoglu

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