Netanjahu zum siebenten Mal von Polizei befragt

    15. Dezember 2017, 10:18
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    "Haaretz": Ermittler kamen in der Früh in private Residenz des Premiers in Jerusalem

    Tel Aviv – Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist laut Medienberichten inmitten der Jerusalem-Krise erneut wegen Korruptionsvorwürfen befragt worden. Die Ermittler seien Freitag früh in seine private Residenz in Jerusalem gekommen, schrieb die Zeitung "Haaretz". Dies sei bereits die siebente Befragung wegen der Vorwürfe gewesen. Die Polizei wollte die Berichte zunächst nicht bestätigen.

    Das israelische Fernsehen hatte unter anderem berichtet, der befreundete israelische Hollywood-Produzent Arnon Milchan habe Netanjahu und seiner Frau Sara über Jahre Zigarren und Champagner im Wert von mehreren Hunderttausend Shekel (100.000 Shekel entsprechen 23.967,60 Euro) geliefert. Es handle sich um illegale Schenkungen. Netanjahu dementiert, sich unredlich verhalten zu haben.

    Große Demonstrationen

    Außerdem soll Netanjahu versucht haben, unrechtmäßig Einfluss auf die Medienberichterstattung zu nehmen. Dabei soll er sich darum bemüht haben, sich in einem Deal mit einem Medienmogul eine positivere Berichterstattung in der regierungskritischen Zeitung "Yedioth Ahronoth" zu sichern.

    Die Polizei bemühe sich, die Ermittlungen in beiden Fällen bis spätestens Mitte Jänner abzuschließen, schrieb "Haaretz". Zehntausende Israelis hatten vergangene Woche in Tel Aviv erneut gegen Korruption und gegen Netanjahu demonstriert. Beim "Marsch der Schande" forderten Demonstranten seinen Rücktritt.

    Die Lage im Heiligen Land ist nach der US-Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels weiterhin angespannt. Nach einer gewissen Beruhigung besteht die Sorge vor neuen Konfrontationen nach den muslimischen Freitagsgebeten. (APA, 15.12.2017)

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