EU und UN drängen auf Freilassung von Journalisten in Myanmar

15. Dezember 2017, 06:55
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Journalisten hatten an Geschichte über Vorgehen des Militärs gegen Minderheit der Rohingya gearbeitet

Brüssel – Die Spitzen der Vereinten Nationen und des Europaparlaments rufen die Regierung von Myanmar auf, zwei dort verhaftete Reuters-Journalisten wieder auf freien Fuß zu setzen. "Ich hoffe, dass die Behörden von Myanmar sie so schnell möglich wieder freilassen", sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani am Donnerstag auf einem EU-Gipfel in Brüssel.

"Der Fall sollte untersucht und die Menschenrechte und Pressefreiheit respektiert werden", sagte der frühere Journalist. Auch bei den Vereinten Nationen ist die Verhaftung ein Thema. "Die internationale Gemeinschaft sollte alles in ihrer Macht stehende tun, um die Freilassung der Reporter zu erreichen", sagte Generalsekretär Antonio Guterres in Tokio.

"Illegale Informationsbeschaffung"

In dieser Woche wurden die beiden Reuters-Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo in Myanmar von der Polizei verhaftet. Das Informationsministerium des Landes erklärte, dass den Korrespondenten "illegale Informationsbeschaffung mit dem Ziel der Weitergabe an ausländische Medien" angelastet werde. Darauf steht eine Höchststrafe von 14 Jahren. Die Journalisten hatten an einer Geschichte über das Vorgehen des Militärs gegen die muslimische Minderheit der Rohingya gearbeitet.

Seit August sind etwa 600.000 Rohingya aus dem überwiegend buddhistisch geprägten Myanmar nach Bangladesch geflohen. Auslöser sollen Angriffe von militanten Rohingya auf Armeeposten gewesen sein, woraufhin das Militär massiv gegen die Bevölkerungsgruppe zurückschlug. Die UN hatten das ein Beispiel für ethnische Säuberungen genannt. Myanmars De-facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist daraufhin weltweit kritisiert worden. (Reuters, 15.12.2017)

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