FDP-Chef Lindner übt Kritik an Merkel wegen Air-Berlin-Kredits

15. Dezember 2017, 06:51
18 Postings

Deutscher Liberaler will Auskunft über geheime Absprachen

Schwechat/Frankfurt – Nach der Pleite der Ferienfluglinie Niki nimmt die Kritik am Millionenkredit der deutschen Regierung für die insolvente Airline-Mutter Air Berlin zu. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) könne ihre Zusage nicht mehr einhalten, wonach letztlich nicht der Steuerzahler für den Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro aufkommen müsse. Das sagte FDP-Chef Christian Lindner der "Nordwest-Zeitung" (Freitag).

"Die Bundesregierung hätte diese Entwicklung voraussehen und verhindern müssen", ergänzte Lindner. Zuvor hatte der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert gesagt: "Durch den unerwarteten Ausfall der Erlöse aus dem Niki-Verkauf kann der vom Bund verbürgte Kredit der KfW an Air Berlin möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden."

"Bundesregierung muss Auskunft geben"

Lindner forderte Aufklärung, "ob es hinter den Kulissen Absprachen zwischen der Lufthansa und einzelnen Konzernen auf dem Markt gegeben hat". "Die Bundesregierung wird zu ihrer Rolle im Fall Air Berlin und Niki Rede und Antwort stehen müssen", sagte der FDP-Chef. "Ein solcher Staatskredit war nicht akzeptabel."

Die deutsche Regierung hatte den Übergangskredit nach eigenen Angaben gewährt, um den Fortbetrieb der Air Berlin in der Urlaubszeit zu sichern. Konkurrenten wie der irische Billigflieger Ryanair hatten die Staatshilfe indes scharf kritisiert und der Regierung in Berlin, Air Berlin sowie Lufthansa ein "offensichtliches Komplott" vorgeworfen.

Niki hatte am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt, nachdem die Lufthansa ihr Übernahmeangebot zurückgezogen hatte. Bei der österreichischen Fluglinie sind etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. (APA, 15.12.2017)

Share if you care.