Chaotischer Blick in eine hochaktive Sternenkinderstube

Video17. Dezember 2017, 08:00
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In der Region Sharpless 29 rund 5.500 Lichtjahre von uns entfernt bilden sich Sterne in einer interstellaren Wolke

Astronomen ist am Paranal-Observatorium der europäischen Südsternwarte Eso in Chile eine atemberaubende Aufnahme der Sternentstehungsregion Sharpless 29 gelungen. Sie enthüllt gleich eine Vielzahl astronomischer Phänomene auf einen Blick: Das Bild, das mit Hilfe der OmegaCAM am VLT Survey Telescope (VST) entstand, zeigt kosmischen Staub und Gaswolken, die das Licht heißer junger Sterne im Nebel reflektieren, absorbieren und wieder abstrahlen.

foto: eso/m. kornmesser
Die Sternentstehungsregion Sharpless 29 in voller Pracht.

Die abgebildete Himmelsregion, die sich etwa 5.500 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Schütze befindet, umfasst interstellare Wolken aus ionisiertem Gas, in denen rege Sternentstehung stattfindet. Das Objekt hält viele astronomische Besonderheiten parat, einschließlich der sehr aktiven Sternentstehungsregion NGC 6559, dem markanten Nebel in der Mitte des Bildes.

Junge Chaoten

Die heißen, jungen Sterne auf diesem Bild sind nicht älter als zwei Millionen Jahre und geben hochenergetische Strahlung ab – Energie, die den umgebenden Staub und das Gas erhitzt, während Sternwinde alles in der unmittelbaren Umgebung abtragen. Tatsächlich enthält der Nebel eine bekannte Aushöhlung, die durch ein energiereiches Doppelsternsystem entstanden ist. Dieser Hohlraum dehnt sich aus, wodurch die interstellare Materie um diese Aushöhlung herum angehäuft wird und den rötlichen, bogenförmigen Rand bildet.

european southern observatory (eso)

Wird interstellarer Staub und Gas von heißen jungen Sternen mit ultraviolettem Licht bestrahlt, beginnt er durch die aufgenommene Energie hell zu leuchten. Das diffuse rote Leuchten im Bild wird durch Emission von Wasserstoffgas verursacht, während das schimmernde blaue Licht durch Reflexion und Streuung kleiner Staubpartikel entsteht. Neben Emission und Reflexion findet in dieser Region auch Absorption statt. Staubansammlungen blockieren das Licht auf seinem Weg zu uns und behindern so den Blick auf die Sterne dahinter, während kleinere Ranken aus Staub die dunklen filamentartigen Strukturen innerhalb der Wolken erzeugen. (red, 17.12.2017)

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