Froome betont Unschuld: "Habe keine Regeln gebrochen"

    14. Dezember 2017, 10:58
    240 Postings

    Der Tour-Sieger hat Verständnis für den "großen Schock", den sein positiver Befund ausgelöst hat. Tony Martin äußert scharfe Kritik

    London – Der viermalige Tour-de-France-Sieger Chris Froome beteuert nach dem auffälligen Befund bei einer Dopingprobe seine Unschuld und kündigt volle Unterstützung bei der Aufklärung des Falles an. "Ich kann verstehen, dass das für viele Leute ein großer Schock ist, aber ich bleibe bei dem, was ich immer gesagt habe: Ich habe keine Regeln gebrochen", sagte Froome in einem BBC-Interview.

    Der Radsport-Weltverband hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass bei Froome während der Spanien-Rundfahrt am 7. September ein Test vorgenommen wurde, bei dem der erlaubte Wert des Asthmamittels Salbutamol deutlich überschritten wurde. Die B-Probe bestätigte das Ergebnis. "Ich habe nicht mehr als die erlaubte Menge genommen und bin mir sicher, dass am Ende des Tages die Wahrheit erzählt werden wird", meinte der 32-jährige Brite.

    "Kein positiver Test"

    Aufgrund der Geschichte des Sports könne er die Reaktionen vieler Menschen verstehen. "Aber das ist ein sehr anderer Fall, das ist kein positiver Test", betonte Froome. "Ich werde der UCI gerne versuchen zu helfen und ihnen alle Informationen geben, um die Ursache für das Problem zu finden." Als Radprofi bekämpfe er sein Asthma seit zehn Jahren. Salbutamol sei ein weitverbreitetes Mittel dafür.

    Mit den möglichen Konsequenzen oder einer Sperre beschäftigt sich der derzeit beste Rundfahrer der Welt vom Team Sky nicht. "Ich konzentriere mich jetzt auf die Aufklärung und werde den Verbänden alle nötigen Informationen geben. Ich werde nicht über die Folgen spekulieren." Auch um sein Vermächtnis macht er sich trotz der Dopingspekulationen keine Sorgen. "Nein", antwortete Froome auf eine diesbezügliche BBC-Frage.

    Tony Martin kritisiert Sonderbehandlung

    Unterdessen mehrt sich die Kritik am Umgang der UCI mit dem auffälligen Testergebnis. "Im Fall Christopher Froome wird definitiv mit zweierlei Maß gemessen. Andere Sportler werden nach einer positiven Probe sofort gesperrt", schrieb der vierfache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin auf seiner Website. Ihm sei in der jüngeren Vergangenheit kein derartiger Fall bekannt. "Das ist ein Skandal", meinte der Deutsche.

    Froome war bei seiner Kontrolle am 7. September – einen Tag nachdem er beim Etappensieg des Tirolers Stefan Denifl viel Zeit verloren hatte – mit 2.000 Nanogramm Salbutamol pro Milliliter im Urin aufgefallen. Die Einnahme des Mittels ist bis zu einem Grenzwert von 1.000 Nanogramm gestattet. Froome wurde laut UCI den Regeln gemäß nicht vorläufig suspendiert, muss aber erklären, warum der Grenzwert überschritten wurde.

    Vorgehen der UCI "unprofessionell und unfair"

    Martin bezeichnete das Vorgehen als "inkonsequent, intransparent, unprofessionell und unfair". Die Glaubwürdigkeit des Radsports stehe auf dem Spiel. "Bei mir und in der Öffentlichkeit kommt doch sofort der Eindruck auf, dass da hinter den Kulissen gemauschelt wird, Absprachen getroffen werden und nach Wegen gesucht wird, wie er doch aus diesem Fall rauskommt", schrieb Martin. "Genießen er und sein Team einen Sonderstatus?" (APA, 14.12.2017)

    • Der Rad-Star bleibt trotz der schweren Anschuldigungen gelassen.
      foto: apa/afp/jaime reina

      Der Rad-Star bleibt trotz der schweren Anschuldigungen gelassen.

    Share if you care.