ÖVP und FPÖ wollen Herbstferien einführen

Video14. Dezember 2017, 07:06
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Laut Berichten sollen Schüler künftig von 26. Oktober bis 2. November freihaben

Wien – ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sollen sich bei den Koalitionsverhandlungen auf die Einführung allgemeiner Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November geeinigt haben. Das berichten mehrere Bundesländerzeitungen. Die Regelung soll demnach ab 2018 gelten. Lehrer haben allerdings keine freie Woche im Herbst: Sie müssen in dieser Zeit verpflichtende Fortbildungskurse belegen.

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Wie die Regierung die neuen Ferien kompensieren will, ist noch nicht klar. Denn insgesamt sollen die Kinder und Jugendlichen nicht mehr Ferien haben als bisher. Es könnten die schulautonomen Tage (vier an Pflichtschulen, fünf an Gymnasien, Neuen Mittelschulen und höheren Schulen) dafür gestrichen werden. Im Gespräch soll allerdings auch – nicht zum ersten Mal – die Reduzierung der Sommerferien von derzeit neun auf acht Wochen sein.

Oft angedacht, nur in Vorarlberg Realität

Der Plan der Koalitionsverhandler wurde in den vergangenen Jahre oft diskutiert. In Vorarlberg geht man seit 2004 den Weg, schulfreie Tage in dieser Zeit zu Herbstferien zu bündeln. Debatten um die Ferienregelungen, die vor allem mit ihren neunwöchigen Sommerferien Eltern oft vor organisatorische Probleme stellen, sind ein langjähriger Dauerbrenner in der Schulpolitik.

Zuletzt startete Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) mit einem Gesetzesentwurf im April einen Vorstoß in Richtung bundesweit einheitlicher Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November, der allerdings im Sand verlief.

Verkürzung der Sommerferien als Option

Angedacht wurden immer wieder entweder eine Verkürzung der Sommerferien um eine Woche zugunsten einer Woche Freizeit in dem für Schüler und Lehrer dichten herbstlichen Programm oder eine zentrale Vorgabe, einen Teil der schulautonomen Tage zusammenzufassen. Eine einheitliche Linie hat sich allerdings sowohl unter den politischen Parteien, wie auch in der Lehrerschaft und den Elternvertretern nicht entwickelt.

Im Detail gibt es derzeit vier schulautonome Tage an Pflichtschulen und fünf an höheren Schulen (AHS, BHS). Diese sind allerdings laut Schulzeitgesetz für Lehrer Arbeitstage, welche die Pädagogen zur beruflichen Weiterbildung bzw. gemeinsam mit dem Direktor für Schulentwicklung nutzen sollten. Zwei der schulautonomen Tage werden vom jeweiligen Landesschulrat festgelegt, wann die restlichen angesetzt werden, entscheiden Eltern, Lehrer und Schüler in den schulpartnerschaftlichen Gremien der jeweiligen Schule.

In Vorarlberg wurden im Zuge der Einführung der Herbstferien der Oster- und Pfingstdienstag zu Schultagen erklärt. Mit den dadurch gewonnenen zwei Tagen, plus den zentral vorgegebenen autonomen freien Tagen kommt die Ferienwoche zustande.

Lehrer- und Elternvertreter skeptisch

Überrascht, jedoch gelassen, gab sich der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Paul Kimberger (FCG), angesichts der kolportierten Pläne der schwarz-blauen Koalitionsverhandler bundeseinheitlich Herbstferien einzuführen. Wenig abgewinnen kann der Idee der Präsident des Bundeselternverbands, Gernot Schreyer. "Wir führen diese Diskussion jetzt schon zum gefühlten 367. Mal", so Kimberger zur APA. Aufgrund dessen sieht er auch die nunmehrigen neuen Pläne "eher gelassen".

Weder unter den Pädagogen noch unter den Eltern sehe er derzeit eine einheitliche Position zu Herbstferien. Er finde es aber "befremdlich, dass man uns jetzt aus den Regierungsgesprächen ausrichtet, dass es hier eine neue Regelung gibt, ohne mit den Betroffenen zu reden".

Sollte vonseiten der Bildungswissenschaft ein faktisch gut untermauertes Ferienmodell ins Spiel gebracht werden, das "Vorteile im Sinne der Pädagogik bringt, dann sollten wir es machen", sagte Kimberger. Gibt es ein solches Konzept nicht, "sollten wir eher bei der Regelung bleiben, die wir jetzt haben". Noch unklar ist, ob für die Herbstferien eine Woche der Sommerferien verwendet wird, oder schulautonome Tage zu einer Ferienwoche zusammengefasst werden.

Angesichts der Tatsache, dass Schulautonomie von der Politik stark propagiert werde, kommt Kimberger eine mögliche zentrale Fixierung von zusätzlichen schulautonomen Tagen "schon skurril vor".

Schreyer fürchtet als oberster Elternvertreter, dass sich der Stil der scheidenden Regierung, die Schulpartner in wichtige Entscheidungen nicht ausreichend einzubinden, auch unter der neuen Regierung fortsetzen könnte. "Leider hat man in dieser wichtigen Frage mit uns im Vorfeld nicht gesprochen", so Schreyer zur APA.

Er schätze das Thema "Herbstferien" jedenfalls als zu komplex für eine einheitliche österreichweite Lösung ein, viele Fragen seien hier offen. Eine solche freie Woche unterbreche "die Intensivphase des Lernens" zwischen dem Sommer und Weihnachten noch weiter. "Wir sehen das also kritisch", so Schreyer auch im Bezug auf eine etwaige Kürzung der Sommerferien oder eine Fixierung von schulautonomen Tagen: "Diese Tage werden tatsächlich an den Schulstandorten benötigt". (red, APA, 14.12.2017)

  • Ein Überblick über die möglichen Ferienvarianten: ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sollen sich bei den Koalitionsverhandlungen auf die Einführung allgemeiner Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November geeinigt haben.
    grafik: apa

    Ein Überblick über die möglichen Ferienvarianten: ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sollen sich bei den Koalitionsverhandlungen auf die Einführung allgemeiner Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November geeinigt haben.

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