Baukosten: "Bauträger, die knapp kalkuliert haben, sind unter Druck"

    13. Dezember 2017, 16:18
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    Dramatische Preisanstiege werden keine mehr erwartet, steigende Baukosten werden sich aber wohl auch in den Wohnungspreisen niederschlagen

    Für die Immobilienwirtschaft war auch 2017 wieder ein gutes Jahr: Per Jahresende dürften österreichweit mehr als 50.000 Wohnungen verkauft worden sein, mehr als ein Drittel davon in Wien. Das geht aus einer am Mittwoch präsentierten Analyse von Transaktionsdaten aus dem Grundbuch von Immo United und dem Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) hervor.

    In Wien sind die mittleren Preise heuer demnach um etwa fünf Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der Transaktionen hat zugenommen. Gebrauchte Wohnungen kosteten im Schnitt knapp über 3000 Euro pro Quadratmeter, Neubauwohnungen lagen bei knapp über 4000 Euro, wobei sich die Preise in den einzelnen Bezirken stark unterscheiden. Am teuersten sind Immobilien in den inneren Bezirken mit Preisen zwischen 4500 und 5500 Euro im Neubau, verhältnismäßig leistbar ist es dafür noch in Transdanubien mit mittleren Preisen zwischen 3500 und 3700 Euro pro Quadratmeter.

    Baulücken verbaut

    Dem Druck auf den Wiener Wohnungsmarkt werde nun Rechnung getragen, berichtete Maklersprecherin Sandra Bauernfeind. Viele Baulücken würden verbaut, zudem gebe es auch im freifinanzierten Bereich immer mehr Großprojekte.

    Spannend könnte die Entwicklung der Baupreise werden, wie die Maklerin ausführte: Weil Bauunternehmen ausgelastet sind, aber auch aufgrund von vielen rechtlichen Vorgaben, sind die Baupreise zuletzt gestiegen, laut Bauernfeind um bis zu 20 Prozent. Den Trend bestätigen auch vor kurzem präsentierte Zahlen der Erste Bank, wo aber nur von einem Plus von sechs Prozent im heurigen Jahr die Rede war.

    Das dürfte sich auch auf die Immobilienpreise auswirken: "Aber bis wir diese Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt spüren, wird es noch eineinhalb bis zwei Jahre dauern", so Bauernfeind. Eins zu eins würden diese Kosten wohl nicht an Käufer weitergegeben werden können: "Bauträger, die knapp kalkuliert haben, sind jedenfalls unter Druck."

    Ruhigere Zeit

    Untersucht wurden noch vier weitere Regionen in Österreich. "Die Anziehungskraft der Städte bleibt ungebrochen, die Landflucht nimmt immer mehr zu", analysierte ÖVI-Vorstand Andreas Wollein. Am höchsten sind die mittleren Preise im Neubau demnach in Salzburg (4800 Euro), gefolgt von Innsbruck (4300 Euro). Deutlich günstiger ist Graz (3100 Euro), die Preise sind hier sogar moderater als in Linz (3400 Euro).

    Für 2018 geht ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel von "einem gleichen Niveau mit leichten Preissteigerungen in den Ballungsräumen" aus. Zumindest in den nächsten Wochen dürfte aber erst einmal Ruhe einkehren: Jänner und Februar sind traditionell Monate, in denen weniger Wohnungen gekauft werden. (zof, 13.12.2017)

    • Auch im freifinanzierten Bereich gibt es immer mehr Großprojekte mit mehreren Hundert Wohnungen.

      Auch im freifinanzierten Bereich gibt es immer mehr Großprojekte mit mehreren Hundert Wohnungen.

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