Toni's Freilandeier: Rettungsaktion für 220.000 Hühner

13. Dezember 2017, 14:26
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Mit einem raschen Verkauf sollen auch Folgewirkungen auf 110 Partnerbetriebe abgefedert werden

Knittelfeld/Wien – Der Konkurs von Toni's Freilandeier soll einigermaßen glimpflich über die Bühne gehen. Die Übernahme von Betriebsteilen durch einen "konkreten Interessenten" stehe bevor, erfuhr DER STANDARD am Mittwoch aus gut informierten Kreisen. Das Unternehmen bestätigte lediglich, dass eine Schließung vorerst abgewendet werden konnte.

"Alle Anzeichen deuten auf eine positive Entwicklung des Unternehmens hin", hieß es in einer Aussendung der Toni's Handels GmbH. Die Lösung soll offenbar außerhalb des Sanierungsverfahrens erzielt werden, indem ein Käufer zentrale Bestandteile des Unternehmens erwirbt. Damit sollen die weitere Belieferung des Handels und damit die Existenz zahlreicher Erzeuger gesichert werden.

Gehälter ausständig

Ob dann auch die Gehälter der 38 Dienstnehmer, die seit November offen sind, überwiesen werden, blieb vorerst unklar. Toni – der Name geht auf den Gründer Anton Hubmann zurück – verfügt selbst über fünf Freilandställe, zudem besteht eine Kooperation mit 110 Partnerbetrieben. 220.000 Freilandhennen produzieren jährlich 50 Millionen Eier. Zudem werden unter gleicher Marke Joghurts, Eierlikör und andere Waren hergestellt.

Ein Asset-Deal hängt vor allem an den Banken, die faktisch Eigentümer des Unternehmens sind. Bank Austria und Steiermärkische Sparkasse sitzen auf Kreditforderungen von 8,7 Millionen Euro. Besichert sind die Ausleihungen durch Pfandrechte an den Marken, Zugriff auf sämtliche Forderungen (Generalzession) und Hypotheken auf Liegenschaften.

Übertragung strittig

Zudem wurden die Geschäftsanteile schon im Februar 2016 an einen von den Banken eingesetzten Sanierungstreuhänder übertragen. Damals wurde bereits wegen der negativen Folgen eines Prozesses der Verkauf vorbereitet, der allerdings wegen eines Einspruchs Hubmanns gegen den Transfer seiner Anteile gescheitert war. Sollte der Verkauf jetzt doch zustande kommen, wären die Banken zu größeren Nachlässen bereit, heißt es aus deren Umgebung. (as, 13.12.2017)

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