Woran es heimischen Schülern beim Wissen über Geld mangelt

    13. Dezember 2017, 16:42
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    Mehr als "befriedigend" ist das Finanzwissen von heimischen Schülern nicht. Sollte es aber hinsichtlich der Bedeutung fürs spätere Leben sein

    Wien – Finanzwissen ist in Österreicher allgemein nicht allzu hoch angeschrieben. Entsprechend zeigen sich schon bei Jugendlichen Wissenslücken über das Bank- und Geldwesen, wie eine Umfrage des Sparkassenverbands unter 13- bis 14-Jährigen ergibt. Wobei die Antworten mitunter nicht nur falsch, sondern geradezu haarsträubend ausgefallen sind.

    Generell beantworteten die Jugendlichen zwei Drittel der Fragen korrekt, wobei AHS-Schüler mit 71 Prozent Trefferquote besser abschneiden als jene der Neuen Mittelschule, wo die Quote bei bloß 61 Prozent liegt. Alles in allem will Bettina Fuhrmann von der Wirtschaftsuniversität Wien "das Ergebnis nicht schlechtreden", da die Schüler ähnlich abgeschnitten hätten wie Österreichs Erwachsene.

    Viel Luft nach oben

    Dennoch sieht die Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik Luft nach oben – wenn man bedenke, dass die Jugendlichen wenige Jahre später wahlberechtigt seien. Gefordert seien "im Idealfall" Eltern, aber auch Schulen, denn vieles werde nicht in dem Ausmaß gelehrt, wie es möglich wäre. "Das tut weh", sagt Fuhrmann, denn man könne Kindern Wirtschafts- und Finanzthemen erklären, "und sie verstehen es ja auch". Aus ihrer Sicht ist es kein Lebensbereich, in dem man später aus Erfahrung lernen sollte, da negative Erfahrungen zu finanziellen Problemen führen könnten.

    Nur mittelmäßig wissen Jugendliche etwa über Girokonten Bescheid – wobei etwa 43 Prozent fälschlicherweise glauben, man könne ein solches nur eröffnen, wenn man regelmäßig Geld bekommt.

    Ebenfalls ein Bonmont: Mehr als ein Viertel der Schüler meinen, dass man Zinsen an die Bank bezahlt, wenn man Geld sicher anlegen will. Unterm Strich können aber fast zwei Drittel die Zinsflüsse richtig zuordnen.

    Ähnlich steht es um das Wissen über die Aufgaben einer Bank, allerdings zählen 22 Prozent der Schüler auch das Drucken von Geld zu den Kernaufgaben eines Kreditinstituts.

    Deutlich besser sind die Kenntnisse über die Funktionsweise einer Bankomatkarte, vier von fünf Schülern sind diesbezüglich bereits sattelfest.

    "Es würde sehr viel bringen", regt Fuhrmann vermehrte Anstrengungen im Bereich Finanzbildung für Jugendliche an. Zudem verweist der Sparkassenverband auf den Financial Life Park am Erste Campus in Wien, wo Kindern und Jugendlichen kostenlos, unabhängig und auf spielerische Weise der Umgang mit Geld vermittelt werde. (Alexander Hahn, 13.12.2017)

    • Kinder und das Wissen über Geld: Was Hänschen nicht lernt ...
      foto: dpa-zentralbild/jens kalaene

      Kinder und das Wissen über Geld: Was Hänschen nicht lernt ...

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