Air-Berlin-Sanierer: Lufthansa ist für Niki die letzte Chance

12. Dezember 2017, 18:14
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Der britische IAG-Konzern ist nicht mehr interessiert, mit Thomas Cook kam es zu keiner Einigung

Berlin/Schwechat/Frankfurt – Bei der Übernahme der bisherigen Air Berlin-Tochter Niki sieht der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus nur noch die Lufthansa im Rennen. Der britische IAG-Konzern (British Airways, Iberia, Vueling) habe schriftlich mitgeteilt, kein Kaufinteresse mehr an Niki zu haben, teilte Kebekus am Dienstag nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses der insolventen Air Berlin mit.

"Auch die erneuten Gespräche mit dem Bieterkonsortium um den Reiseveranstalter Thomas Cook haben bisher nicht ansatzweise zur Unterbreitung eines tragfähigen Alternativangebots geführt." Insofern bleibe die Lufthansa der einzig zuverlässige Kaufinteressent für Niki.

Noch einmal Kontakt zu Bietern aufgenommen

Kebekus sagte, wie von der EU-Kommission gefordert, habe man noch einmal Kontakt zu weiteren möglichen Bietern aufgenommen. Daraufhin hatten Thomas Cook (Condor) und IAG wieder Interesse an Niki gezeigt, nachdem sie im Bieterverfahren der Insolvenzverwaltung von Air Berlin zunächst nicht zum Zuge gekommen waren.

Die einst zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Einen Großteil der Flotte will die Lufthansa übernehmen, einschließlich der lukrativen Teilgesellschaft Niki. Die EU-Kommission prüft derzeit noch die Lufthansa-Übernahme, die Frist für die erste Prüfungsphase läuft bis 21. Dezember. Einem Insider zufolge sieht die Kommission die Übernahme aber weiterhin skeptisch. Lufthansa will mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission zerstreuen.

Kebekus sagte: "Wenn wir bis 21. Dezember von der Europäischen Kommission grünes Licht bekommen, können wir den Verkauf erfolgreich abschließen." Wenn der Zeitplan jedoch ins Rutschen komme, müsse Niki umgehend Insolvenz anmelden. "Dies würde bedeuten, dass kurz vor Weihnachten 1.000 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren, Zehntausende Passagiere stranden und hunderttausende Tickets ihre Gültigkeit verlieren." (APA, 12.12.2017)

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