Palästinenser sprengten sich mit Eigenbaurakete in die Luft

12. Dezember 2017, 16:23
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Die Explosion ereignete sich laut "Islamischem Jihad" bei der Vorbereitung auf eine "militärische Mission"

Gaza/Jerusalem – Zwei im Gazastreifen getötete Palästinenser sind bei der vorzeitigen Explosion ihrer eigenen Rakete umgekommen. Die Männer seien auf einer "militärischen Mission zur Vorbereitung von Raketen gewesen", teilte die militante Palästinenserorganisation Islamischer Jihad am Dienstag mit.

Die Männer seien Mitglieder der Organisation gewesen. Zuvor hatte die israelische Armee nachdrücklich palästinensische Medienberichte dementiert, wonach die Luftwaffe die militanten Palästinenser gezielt mit einer Drohne getötet habe. Die Männer waren nach Medienberichten auf einem Motorrad unterwegs.

Gespannte Lage

Die Lage in Israel und den Palästinensergebieten ist besonders angespannt, seit US-Präsident Donald Trump vergangene Woche Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt hat. Israel beansprucht ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. Dieser Anspruch wird international nicht anerkannt. Die Palästinenser wollen in Ostjerusalem die Hauptstadt eines unabhängigen Staates Palästina ausrufen. Die Entscheidung Trumps löste Unruhen im Heiligen Land aus, bei denen am Wochenende vier Palästinenser getötet und Hunderte verletzt wurden.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas (Abu Mazen) sucht weiterhin internationale Unterstützung in der Jerusalem-Krise. Am Montag hatte er den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Kairo getroffen.

"Kollektive Stimme"

Am Mittwoch kommt Abbas nach Angaben seines Büros zudem nach Istanbul zum Treffen der Organisation für Islamische Kooperation (OIC), einem Zusammenschluss von 57 Staaten, der sich als "die kollektive Stimme der muslimischen Welt" versteht. Wegen der Jerusalem-Krise hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, der aktuell den Vorsitz innehat, einen OIC-Sondergipfel einberufen.

Erstmals seit Beginn der Unruhen im Heiligen Land wurde in der Nacht zum Dienstag eine weiter reichende Rakete aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Das Raketenabwehrsystem Eisenkuppel (Iron Dome) habe das Geschoß abgefangen, das in Richtung der israelischen Küstenstadt Ashkelon flog, bestätigte eine Armeesprecherin in Tel Aviv.

Ein israelischer Panzer und die Luftwaffe hätten als Reaktion auf den Raketenangriff Ziele der bisher im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas beschossen, teilte das Militär mit. Es seien Hamas-Militärposten im nördlichen Teil des Gebiets angegriffen worden.

Bei einer versuchten Messerattacke eines Palästinensers im nördlichen Westjordanland wurde am Dienstag nach Angaben der israelischen Armee niemand verletzt. Dagegen wurde nach israelischen Medienberichten der Angreifer durch Schüsse der Soldaten schwer verletzt. Bei Protesten bei Tulkarem im nördlichen Westjordanland kam es zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten. Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Rettungsdienstes Roter Halbmond fünf Palästinenser leicht verletzt.

Am Rande des Gazastreifens wurden bei Zusammenstößen mit der israelischen Armee nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ebenfalls fünf Palästinenser verletzt. (APA, 12.12.2017)

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    Die Explosion der Rakete hinterließ einen Krater.

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