Metro will halbe Million Gastwirte digitalisieren

12. Dezember 2017, 16:00
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Bisher 83 Gastronomen in Wien im Pilotprojekt

Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro will bis 2020 eine halbe Million Gastronomen in Europa digitalisieren. Eine Monitoring-Software namens "Cockpit" soll den Wirten Live-Einblicke in ihre Betriebe geben. So lässt sich auf einen Blick ablesen, ob die Kosten gedeckt sind, welche Kellner wie hohe Umsätze erwirtschaften und welche Speisen und Getränke sich zu welchen Uhrzeiten gut verkaufen.

Start mit kostenlosem Angebot

Das Online-Angebot soll in seiner Basis-Version kostenlos sein, sagte Vorstandschef Olaf Koch am Dienstag bei der Vorstellung des Programms in München. "Wir geben zuerst, ohne selbst hohe Kosten zu tragen." Für die Metro soll sich das trotzdem rechnen: "Das wird sicher zu mehr Kunden in der Zukunft führen", sagte Koch. Falls der Plan Erfolg hat, kommen auf die Mitarbeiter in vielen Betrieben ganz neue Zeiten zu.

Schon bisher fördere Metro einzelne Start-ups, die digitale Lösungen für die Gastronomie anbieten. 500 Pilotbetriebe in Berlin, Paris, Mailand und Wien – in Wien sind es 83 – testet diese auf ihren Mehrwert. Das Spektrum sei "sehr vielfältig: von der Online-Tischreservierung zum Kassensystem über die Personalverwaltung bis hin zur Hygienedokumentation", heißt es in einer Metro-Mitteilung.

21 Millionen Kunden in Europa

Der Handelskonzern hat nach Kochs Angaben 21 Millionen Kunden in Europa. Ziel für 2018 sind 50.000 Gastronomen in 13 Ländern inklusive Österreich, die das Digitalangebot nutzen, für 2020 dann schon 500.000. Neben dem "Cockpit" umfasst das die Erstellung einer Website und Online-Reservierung und einen "Digital Club" zum Wissensaustausch.

Die Metro aber wird wesentlich mehr über ihre Kundschaft erfahren als bisher. So sind im "Cockpit" nicht nur unter anderem Umsatzdaten und Mitarbeiterzahlen eingegeben, sondern auch die Speisekarten. "Wir können den Kunden künftig maßgeschneiderte Angebote machen", sagte der für das Digitalprogramm zuständige Manager Frederic Schumacher. (APA, 12.12.2017)

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