ZDF-Doku zu Crystal Meth: Schwierige Auswege

13. Dezember 2017, 07:00
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Der Preis für die Hochgefühle, die die Droge auslöst, ist horrend. Den Sendungsmachern ging es aber auch darum, Auswege zu beleuchten

Wer sie gesehen hat, vergisst sie schwer: die verfallenen Gesichter derer, die von der Droge Crystal Meth abhängig sind. Eine Aufklärungskampagne der US-Regierung brachte vor einiger Zeit entsprechende Bilder in Umlauf, um klarzumachen, wie rasant durch dieses Methamphetamin der körperliche Verfall einsetzt.

Dass Crystal Meth zwar hochgefährlich ist, aber nicht das Ende sein muss, diese Botschaft vermittelte die Dokureihe 37 Grad im ZDF, als sie sich am Dienstag der "unterschätzten Droge" widmete. Der Preis für die Hochgefühle, die diese auslöst, ist horrend, daran blieb kein Zweifel. Den Sendungsmachern ging es aber auch darum, Auswege zu beleuchten.

Strudel aus Kriminalität und Drogen

Porträtiert wurden zwei Personen, die ihre Sucht bekämpfen. Im offenen Vollzug befindet sich Mark, der 25 Jahre lang in einem Strudel aus Kriminalität und Drogen gefangen war. Auslöser waren, wie er erzählt, Rückenprobleme, die im Alter von 15 Jahren seinen Traum, Profireiter zu werden, platzen ließen. Nun macht er ein Praktikum auf einem Pferdehof, tastet sich über seine Tierliebe zurück in die Normalität.

Dass "Crystal" auch eine Droge der Eliten ist, sparte die Auswahl der Por trätierten aus – auch im Falle Sandras, einer jungen Frau, der ihr Kind zum Rettungsanker wurde. Einige Monate nach der Geburt des Sohnes entschied sie sich endgültig zum Entzug.

Fraglich bleibt, warum solche berührenden Schicksale nicht für sich stehen dürfen, sondern etwa per Musik emotionalisiert werden müssen. Kein ganz neues Rätsel, gewiss. Gelobt seien jedenfalls bei dieser Gelegenheit wieder einmal TV-Dokumentationen, die es Zuschauern selbst überlassen, Gefühle zu haben. (Roman Gerold, 13.12.2017)

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