Weihnachtsmenü, Teil 2: Selbstgemachte Bratwürste

    Ansichtssache13. Dezember 2017, 12:00
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    Für den zweiten Teil unseres Weihnachtsmenüs füllen wir Bratwürste selbst

    Als Kind nervt einen wahrscheinlich fast jede Aufgabe, die man von den Eltern auferlegt bekommt. Ist man allerdings Sohn eines Fleischhauers, sind Zimmeraufräumen und Müllrausbringen noch das geringste Übel. Als Kind hat man eben andere Interessen, als mit dem Vater Schweine zu schlachten oder Würste zu füllen. Stundenlang stand ich an der Wurstmaschine und konnte gar nicht schnell genug das Fleisch nachfüllen, das mein Vater in den Darm drehte.

    Weil man als Erwachsener gewisse Dinge differenzierter sieht, kann ich derlei Wursttraumata auch hinter mir lassen. Und weil ich weiß, wie toll selbstgemachte Wurst schmeckt, habe ich sie für unser Weihnachtsmenü gerne gefüllt. In manchen Gegenden, vor allem in Oberösterreich, kommt die Schweinsbratwurst traditionell am Heiligen Abend auf den Tisch. Braterdäpfel passen ebenso dazu wie das selbstgemachte Sauerkraut von Kollegin Petra Eder.

    Für ca. 10 Bratwürste benötigt man 2–3 Meter Schweinedarm (Kaliber 28/30 mm). Man bekommt den Darm auf Vorbestellung beim Fleischhauer oder kann ihn online bestellen. Bei großen Packungen lässt sich der Darm problemlos über mehrere Monate einfrieren. Außerdem benötigt man 1 kg Schweinsschulter und 500 g Schweinsbauch. Zum Würzen: 1 EL Fenchelsamen, 2 EL Majoran, 1 EL Koriandersamen, 2 EL Pfeffer, ½ Bund Petersilie, 2–3 Knoblauchzehen, etwas Muskat, Salz. Auf Pökelsalz habe ich bewusst verzichtet, weil es nicht notwendig ist. Bei der Wurstherstellung verwendet man es gern, weil es die Farbe des Fleisches erhält und die Wurst länger haltbar macht. Man sollte die ungepökelten Würste allerdings am gleichen Tag grillen oder einfrieren. Außerdem kann man sie davor einige Minuten in siedendem Wasser ziehen lassen. Zum Befüllen der Würste benötigt man einen Wurstfüller oder einen Fleischwolf mit Füllaufsatz. Wurstfüller gibt es online schon ab 30 Euro.

    foto: alex stranig

    Den Darm zwei bis drei Stunden im lauwarmen Wasser einweichen. Dabei mehrmals das Wasser wechseln.

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    foto: alex stranig

    Das Fleisch in Stücke schneiden und durch den Fleischwolf (4-mm-Scheibe) faschieren. Das Fleisch sollte dabei sehr kühl sein. Man kann es vorher kurz in den Tiefkühler geben. Wer keinen Fleischwolf zu Hause hat, lässt das Fleisch beim Fleischhauer faschieren. Knoblauch und Petersilie klein hacken und mit den restlichen Gewürzen unter das Fleisch mischen. Die Wurstmasse mit Salz abschmecken.

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    foto: alex stranig

    Die Fleischmischung in den Wurstfüller füllen und nach unten drücken.

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    foto: alex stranig

    Den Darm über das Füllrohr des Wurstfüllers stülpen. Jetzt vorsichtig die Wurstfülle in den Darm drücken. Darauf achten, dass die Masse gleichmäßig und ohne Lufteinschlüsse in den Darm gedrückt wird. Kleine Luftblasen kann man mit einer Nadel aufstechen.

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    foto: alex stranig

    Alle 10–15 cm Würste mehrmals abdrehen. Danach mit einem scharfen Messer auseinanderschneiden.

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    foto: alex stranig

    Die Bratwürste mit Braterdäpfeln und Sauerkraut servieren. (Alex Stranig, 13.12.2017)

    >>> Das Rezept zum Ausdrucken

    Nächste Woche (19. Dezember) gibt es zum Dessert Bratapfel mit Vanillesauce.

    Weiterlesen:

    Weihnachtsmenü 2017, Teil 1: Selbstgemachtes Sauerkraut
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