Stressprotein fördert Adipositas und Diabetes

    12. Dezember 2017, 10:54
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    Forscher konnte erstmals zeigen, dass ein Stressprotein im Muskelgewebe die Entstehung von Diabetes und Adipositas begünstigt

    München – Das Protein FKBP51 steht in Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen und Angststörungen. Das vermutet die Wissenschaft schon länger. FKBP51 ist an der Regulierung des Stresssystems beteiligt. Wird es gestört, können psychische Erkrankungen entstehen, so die Hypothese.

    Nun haben Forscher am Max-Planck-Institut für Psychiatrie (MPI) eine neue Rolle dieses Proteins entdeckt: Es fungiert als molekulares Bindeglied zwischen dem Stress-Regulationssystem und Stoffwechsel-Vorgängen im Körper. "FKBP51 beeinflusst im Muskelgewebe eine Signalkaskade, die bei zu großer Kalorienzufuhr zur Entstehung von Glukoseintoleranz führt, also dem Kernsymptom von Typ II Diabetes", sagt Studieleiter Mathias Schmidt.

    Proteinhemmer

    Wer sich häufig sehr fettreich ernährt, setzt seinen Körper unter Stress. Die Folge: FKBP51 wird vermehrt im Muskel gebildet. Das führt dazu, dass Glukose vermindert aufgenommen wird. Das wiederum kann Diabetes und Adipositas fördern. Wird das Protein blockiert, kommt es auch nicht zu Diabetes – selbst dann nicht, wenn weiterhin ein Überangebot an Kalorien zugeführt wird und der Stress für den Körper bestehen bleibt.

    Weniger FKBP51 im Muskelgewebe bedeutet weniger Glukoseintoleranz und damit einen normal weiterlaufenden Stoffwechsel, interpretieren die Forscher das Ergebnis. Das eröffnet möglicherweise neue Therapieoptionen: Das Protein FKBP51 kann durch Moleküle pharmakologisch gehemmt werden, wie die Wissenschafter betonen. Nun sollen klinische Testpräparate entwickelt werden. (red, 12.12.2017)

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