Softwareproblem Grund für russische Satellitenpanne

    12. Dezember 2017, 10:51
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    Ein Algorithmus war laut Roskosmos nicht ausgereift

    Die Panne bei einem Satellitenstart vom russischen Weltraumbahnhof Wostotschny Ende November geht laut der Raumfahrtbehörde Roskosmos auf einen Mangel bei der Software des Raumschiffes zurück. Nach dem Start hatte die Flugleitzentrale den Kontakt zum Raumschiff mit einem Wettersatelliten an Bord verloren. Später stürzte es ab.

    "Wir haben es mit einem Problem zu tun, das weder mit der Qualität noch mit der Disziplin bei der (Raketen-)Produktion zu tun hat, sondern mit Besonderheiten in der Zusammenstellung der Software", sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Igor Komarow, am Dienstag in Moskau. Die Panne hatte auch deshalb Aufsehen erregt, weil es erst der zweite Start vom Kosmodrom Wostotschny war, und schon beim ersten Mal 2016 hatte es technische Probleme gegeben.

    Anpassung

    Komarows Stellvertreter Alexander Iwanow sagte, ein Algorithmus in der Steuerung der Raketenoberstufe vom Typ "Fregat" sei nicht ausgereift und an die geografische Lage des neuen Kosmodroms Wostotschny im Fernen Osten Russlands angepasst gewesen. Dadurch sei die "Fregat" nach der Trennung von der Trägerrakete nicht korrekt ausgerichtet worden.

    Der Algorithmus werde seit rund 20 Jahren erfolgreich für Starts von den Weltraumbahnhöfen Baikonur, Plessezk und Kourou verwendet. Dies sei der erste Flug einer "Fregat" von Wostotschny gewesen. Komarow sagte der Agentur Interfax zufolge, eine Kommission solle prüfen, ob jemand für den Vorfall zur Verantwortung gezogen werden muss. Wegen der Panne verschob Roskosmos einen für 22. Dezember geplanten dritten Raketenstart von Wostotschny auf Ende Jänner. (APA, 12.12.2017)

    • Die Panne ist auf einen Softwarefehler zurückzuführen.
      foto: dmitri lovetsky / ap

      Die Panne ist auf einen Softwarefehler zurückzuführen.

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