Rauchverbot: Was halten Sie von den türkis-blauen Plänen?

    User-Diskussion11. Dezember 2017, 15:15
    416 Postings

    ÖVP und FPÖ haben einen Kompromiss bei der Raucherregelung gefunden: Raucherbereiche in Lokalen bleiben, aber der Nichtraucherschutz für Jugendliche wird verstärkt. Wie finden Sie das?

    Bei den Koalitionsverhandlern steigt türkis-blauer Rauch auf. ÖVP und FPÖ haben sich auf eine Raucherregelung geeinigt. Statt des geplanten absoluten Rauchverbots in der Gastronomie kommt nun eine Regelung nach "Berliner Modell". Das Rauchen in Lokalen wird in abgetrennten Räumen künftig erlaubt sein, gleichzeitig wird aber der Nichtraucherschutz für Jugendliche verstärkt: generelles Rauchverbot bis 18 Jahre, unter 18-Jährige dürfen nicht mehr im Raucherbereich sitzen, Rauchverbot in Autos, wenn unter 18-Jährige mitfahren.

    Experten warnten ÖVP-Chef Sebastian Kurz vor einem Rückschritt beim Rauchverbot. Weltweit seien die Raucherquoten zurückgegangen, hätten zu besserer Gesundheit geführt, nur Österreich sei ständig gegen den Strom geschwommen. "Traurigerweise hatte Österreich laut den OECD-Daten 1993 die höchste Raucherrate unter den 15-Jährigen, ebenso noch im Jahr 2013. In diesen 20 Jahren verringerte sich diese Quote nur von 30 auf 27 Prozent", so Vaughan Rees, Leiter des Zentrums für globale Tabakkontrolle (Harvard Chan School of Public Health) und Lindau Bauld, Präsidentin der europäischen Forschungsgesellschaft zu Nikotin und Tabak vom britischen Zentrum für Studien über Tabak und Alkohol, in einem offenen Brief.

    Stimmen aus den Foren

    Auch in den STANDARD-Foren ist das Rauchverbot Thema. "Man landet auch als Nichtraucher ständig im Raucherbereich", ärgert sich etwa Poster "Ästling".

    Poster "Pe Sa" vermisst Arbeitnehmerschutz:

    Gut für die Beislkultur sei die geplante Regelung, findet Poster "under ground":

    Poster "Che_Guevara" schmeckt die Zigarette zu Bier oder Wein.

    Poster "TuringBot" wäre dafür gewesen, "das Rauchverbot einfach mal umzusetzen":

    Jahrelange Debatte wird verlängert

    1992 präsentierte der damalige Gesundheitsminister Michael Ausserwinkler (SPÖ) das Vorhaben, Nichtraucherzonen in der Gastronomie zu schaffen. Bis Ende 2004 sollten nach Plänen von Maria Rauch-Kallat (ÖVP) 30 Prozent der heimischen Speiselokale "rauchfreie Zonen" haben. Andrea Kdolsky (ÖVP) kündigte 2007 eine gesetzliche Regelung für die räumliche Trennung zwischen Rauchern und Nichtrauchern an. 2015 einigten sich SPÖ und ÖVP auf ein generelles Rauchverbot ab Mai 2018.

    Wie ist Ihre Position in der jahrelangen Debatte über ein Rauchverbot? Hat sich Ihre Meinung mit den Jahren geändert? Wurden Sie vom Raucher zum Nichtraucher – oder umgekehrt? Stimmen Sie ab, posten Sie Ihre Erfahrungen im Forum! (sb, rec, 11.12.2017)

    • Österreich bekommt ein doch nicht so strenges Rauchverbot in Lokalen.
      foto: apa/dpa/jens kalaene

      Österreich bekommt ein doch nicht so strenges Rauchverbot in Lokalen.

    • Berliner Raucher-Kneipe: "Zutritt erst ab 18 Jahre" steht auf dem Schild.
      foto: ap/miguel villagran

      Berliner Raucher-Kneipe: "Zutritt erst ab 18 Jahre" steht auf dem Schild.

    Share if you care.