Vier Jahreszeiten an einem NFL-Spieltag

Ansichtssache11. Dezember 2017, 14:58
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Schneesturm in Buffalo, Sonne im Sunshine State und mitreißende Spiele im ganzen Land

Ein sehenswerter Spieltag trug sich in Woche 14 der National Football League zu.

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Im Westen des Bundesstaats New York trug sich ein Schneesturm zu und am knöcheltief bedeckten weißen (Schnee-)Spielfeld in Buffalo wurde Football gespielt. Die Bills empfingen bei diesen, für eine Sportveranstaltung im Freien, grenzwertigen Wetterbedingungen die Indianapolis Colts. Skirennen wären mit großer Wahrscheinlichkeit abgesagt worden, doch American Football "is a game that’s played in the elements". Für das Gastteam waren diese Bedingungen noch ungewohnter, da man die Heimspiele mit einem Dach über dem Kopf austrägt. Wie zu erwarten war, entwickelte sich ein Spiel mit wenigen Punkten und die Teams sowie Zuschauer mussten auch noch in die Verlängerung. Die Colts schafften in den letzten Minuten des vierten Viertels den 7:7-Ausgleich. Dem Extrapunkt zum Ausgleich kam bei Wind und Schnee besondere Bedeutung zu, nachdem mehrere Spieler versuchten das Spielfeld mit ihren Füßen für Adam Vinatieris Kick vom Schnee zu befreien. Der legendäre Kicker verwandelte den Extrapunkt aus langen 43-Yards.

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In der Verlängerung sah alles nach dem ersten Unentschieden der Saison aus, doch Star-Running-Back LeSean McCoy (Bild) beendete das Spiel mit einem 21-Yard-Lauf in die Endzone. Mit dem 13:7-Sieg hält er Buffalos Hoffnungen auf die Playoffs am Leben. Auf dem rutschigen Geläuf hatte das Laufspiel Hochsaison. Beide Running-Backs erzielten ihre Saisonbestleistungen – LeSean McCoy mit 158-Yards (32 Läufe), sein Pendant Frank Gore erreichte 130-Yards (36 Läufe). Insgesamt 97 Laufversuche beider Teams bilden den Höchstwert seit Spieltag 10 1981, als Chiefs und Bears einhundert Mal rannten.

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Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen traten die Detroit Lions bei den Buccaneers in Tampa, Florida an. Quarterback Matthew Stafford führte die Lions mit 381 erworfenen Yards zum 24:21-Sieg. Kicker Matt Prater (Bild) verwandelte das 46-Yard Field-Goal zum Sieg. Detroit, sieben Siege und sechs Niederlagen, bleibt damit im Playoffrennen der NFC. Für Tampa Bay ist es eine enttäuschende Saison, vier Siegen stehen neun Niederlagen gegenüber.

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Die Titans (8-5) befinden sich aktuell auf einem Playoff-Platz, trotz einer 7:12-Niederlage bei den Arizona Cardinals. Platz eins in der AFC South mussten sie aber an die Jacksonville Jaguars (9-4) abgeben, die in ihrem wohl wichtigsten Spiel im letzten Jahrzehnt die Seattle Seahawks mit 30:24 besiegten. In der Wüste von Glendale, Arizona, trug sich Geschichtsträchtiges zu. Cardinals-Star-Receiver Larry Fitzgerald (Bild) überholte den großen Randy Moss in der Allzeit-Bestenliste der Passempfänger. Mit 15.311 Yards steht "Fitz" nun auf Platz drei. Fitzgeralds Wahl in die berühmte "Pro Football Hall of Fame" in Canton, Ohio, gilt als höchstwahrscheinlich.

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Die Cleveland Browns bleiben auch nach 13 Spielen sieglos. Es sah nach dem ersten Sieg der Saison aus, als man im vierten Viertel mit 14 Punkten Vorsprung gegen Green Bay voran lag. Ersatz-Quarterback Brett Hundley brachte die Packers aber zurück ins Spiel und in der Overtime gelang der 27:21-Sieg. Somit sind die Playoffchancen intakt und ganz Green Bay freut sich auf die bevorstehende Rückkehr von Quarterback Aaron Rodgers. Hundley kann mit einer Bilanz von sieben Siegen und sechs Niederlagen an den Altmeister übergeben.

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Das Comeback von Eli Manning (Bild) als Starter der New York Giants (228 Yards, TD, 2 INT) wurde im MetLife-Stadium in East Rutherford bejubelt. Nachdem er vergangene Woche nach unglaublichen 210 Spielen – zwei mehr als sein berühmter Bruder Peyton – infolge für die G-Men auf die Bank gesetzt wurde. Eine miserable Saison findet auch nach der Entlassung von Head-Coach Ben McAdoo seine Fortsetzung. Die Giants verloren zuhause, mit Manning, gegen Erzfeind Dallas mit 30:10. Sie stehen nun bei zwei Siegen und elf Niederlagen. Die Cowboys (7-6) ringen noch um einen Playoffplatz.

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In einem sehenswerten Schlagabtausch in Südkalifornien trafen zwei der aktuell besten Teams der Liga aufeinander. Carson Wentz und die Philadelphia Eagles waren bei den Los Angeles Rams und Jared Goff zu Gast. Die Eagles sicherten sich mit Ersatz-Quarterback Nick Foles den knappen 43:35-Sieg und gleichzeitig auch den Titel des Champions der NFC East Divison. Der Sieg wurde jedoch teuer bezahlt. Der groß aufspielende Eagles-Quarterback Wentz (Bild) musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss das Spielfeld vorzeitig verlassen. Somit ist auch ein Saisonende für den Jungstar zu befürchten. Erste Tests gaben ein klein wenig Hoffnung – es sei kein kompletter Riss des linken vorderen Kreuzbandes. Weitere Untersuchungen folgen heute Montag.

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Im Sonntagnachtspiel (Ortszeit) empfingen die Pittsburgh Steelers am Heinz Field die Baltimore Ravens. Die Duelle der beiden Erzrivalen zählen zu den, am härtesten umkämpften Spielen der NFL. Für gewöhnlich entscheiden nur wenige Punkte über Sieg oder Niederlage. Gestern war es wieder so. In einem packenden Spiel setzten sich die Steelers mit 39:38 durch. Kicker Chris Boswell sorgte, abermals in dieser Saison, mit einem Field-Goal für den Sieg. Die Star-Spieler Ben Roethlisberger, Le’Veon Bell (Bild) und Antonio Brown drückten einem Steelers-Sieg wieder ihren Stempel auf – die "Killer-B’s" bei der Arbeit. Der Quarterback warf für 506 Yards und zwei Touchdowns. Big Ben ist somit der erste Quarterback der NFL-Geschichte, der dreimal die 500-Yard-Marke überworfen hat. Brown fing elf Pässe für immense 213 Yards Raumgewinn und Bell steuerte drei Touchdowns bei. Pittsburgh sicherte sich schon drei Runden vor Ende der regulären Saison den Divison-Titel als AFC North Champion. Den Sieg widmete man dem schwer verletzten Teamkollegen Ryan Shazier, der sich vergangenen Spieltag an der Wirbelsäule verletzte und sich nach einer Operation noch im Krankenhaus befindet. (Lukas Strecker, 11.12.2017)

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