Müde Salzburger eröffnen Sturm Chance auf Winterkrone

11. Dezember 2017, 11:49
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Europa-League-Strapazen für Rose kein Alibi – Austria-Trainer Fink nach Talfahrt zusehends unter Druck

Wien – Der neue ÖFB-Teamchef Franco Foda könnte Sturm Graz in der Winterpause als Tabellenführer an Nachfolger Heiko Vogel übergeben. Red Bull Salzburg rutschte am Sonntag mit einem matten 0:0 beim WAC zwei Punkte hinter die Grazer auf Rang zwei. Dem Titelverteidiger waren die Strapazen der Europa-League-Gruppenphase noch anzumerken.

"Es ist nicht einfach und auch nicht selbstverständlich, immer alles abrufen zu können", meinte Salzburg-Trainer Marco Rose. Drei Tage nach dem Gastspiel bei Olympique Marseille (0:0) hatte er mehrere Stammkräfte zu Hause gelassen. "Die Jungs, die hier waren, haben 90 Minuten gekämpft – auch wenn vielleicht nicht alles ganz so funktioniert hat."

Regeneration

Die defensive Dreierkette etwa wirkte trotz des zweiten Zu-null-Spiels in Folge nicht immer sattelfest. Und auch in der Offensive blieben die Salzburger einiges schuldig. "Wir haben ein schweres Spiel erwartet", sagte Rose, blickte aber positiv in die Zukunft: "Wir wollen am Samstag zu Hause noch einen richtig guten Abschluss machen." Bis zum letzten Auftritt vor Jahreswechsel gegen den LASK bleibt den Salzburgern eine Woche Zeit, um zu regenerieren.

Mit dem 0:0 in Wolfsberg war Rose in Anbetracht der Umstände nicht einmal unzufrieden. "Für mich ist das ein gerechtes Remis. Wir können und müssen mit diesem Punkt leben", meinte der 41-Jährige, unter dem die Salzburger nur eines von 34 Pflichtspielen verloren haben – Ende August in Graz (0:1). Seither sind die Bullen bewerbsübergreifend 21 Partien ungeschlagen.

Das Los

Die Doppelbelastung fordert aber langsam ihren Tribut. "Das ist halt unser Los. Wir sind froh darüber, dass wir alle drei Tage ein Spiel haben", betonte Mittelfeldspieler Xaver Schlager. "Wir haben von vorne herein gesagt, dass wir das nie als Alibi nehmen", ergänzte Rose. "Wir wollen das und wir wollen es gerne noch lange." Ihren Gegner in der ersten K.-o.-Runde der Europa League erfahren die Salzburger am Montag um 13 Uhr.

Die Wiener Austria befindet sich nicht mehr im Lostopf. Drei Tage nach dem Europacup-Aus setzte es am Sonntag mit dem 0:1 in Altach den nächsten Rückschlag. Die Wiener, die vor einer Verletzungsserie im Sommer noch gehofft hatten, ein Wort im Kampf um den Titel mitreden zu können, rutschten auf Rang sieben ab. Trainer Thorsten Fink gerät zunehmend unter Druck.

Austria schon 21 Punkte zurück

23 Punkte sind der geringste Wert, den die Austria in Finks mehr als dreijähriger Amtszeit zu diesem Zeitpunkt auf dem Konto hatte. Der Rückstand auf Sturm beträgt bereits 21 Punkte. Am Sonntag gastieren die Grazer bei der Austria, können dort mit einem Sieg die Winterkrone fixieren.

Von den vergangenen acht Pflichtspielen haben die Wiener nur eines gewonnen. "Verzweifeln tun wir nicht. Aber es ist nun einmal eine Phase, wo wir die Punkte nicht holen", erklärte Fink. "Wir sind natürlich unter Druck. Aber wir haben jetzt eine Woche Zeit, uns auf den Gegner einzustellen, nicht nur einen Tag. Es ist schwierig, wenn man nur einen Tag zur Vorbereitung hat."

Spieler stießen an ihre Grenzen

Erst am Donnerstag hatte sich die Austria mit einem 0:0 gegen AEK Athen aus dem Europacup verabschiedet. Durch die vielen zusätzlichen Matches seien einige Spieler an ihre körperlichen Grenzen gestoßen. Am Sonntag etwa fiel Tarkan Serbest wegen muskulärer Problemen aus. "Man hat auch gesehen, dass in den entscheidenden Momenten ein wenig die Kraft oder Kondition fehlt", meinte Fink.

Seine eigene Stellung im Verein sieht der Deutsche, der zuletzt auch Kritik an der Transferpolitik geäußert hatte, nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge nicht gefährdet. "Wenn man in der Öffentlichkeit was sagt und gewinnt dann nicht, ist es immer problematisch", sagte Fink im Sky-Interview. "Jetzt werden wir uns aber auf Sturm Graz vorbereiten eine Woche lang, und dann schauen wir weiter." (APA, red, 11.12.2017)

  • Vielleicht ein bisschen müde: Marco Rose.
    foto: apa/georg hochmuth

    Vielleicht ein bisschen müde: Marco Rose.

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