Statt Shoppen auf der Mahü: Mode, besinnlich

Ansichtssache12. Dezember 2017, 15:04
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Die Ausstellung "Transfashional" will zeigen, wie Kunst und Mode auf soziale, ökonomische und kulturelle Dringlichkeiten reagieren

In der Mariahilfer Straße tobt der Kampf um die Geschenke, einige Meter weiter im Freiraum im Wiener Museumsquartier herrscht Ruhe. Videos flimmern an den Wänden, einige Objekte verteilen sich auf dem Boden, Bilderrahmen stehen in den Fensternischen.

In der Ausstellung "Transfashional", die aus einem Workshop zu Kunst und Mode (mit unter anderem dem Modedesigner und Professor der Wiener Angewandten, Hussein Chalayan) hervorgegangen ist, wollen Künstler und Modemacher aus Österreich, Polen und England zeigen, dass Mode mehr sein kann als bloßes Konsumgut, mehr als der vorweihnachtliche Shopping-Rausch auf der Mahü. Dazu muss man allerdings einen Gang runterschalten, sich auf die spröde Ausstellungspräsentation einlassen – und die erklärenden Texte an den Wänden studieren, einen Katalog gibt es leider nicht. (feld, 12.12.2017)

foto: christina dörfler-raab

Christina Dörfler-Raab hat für ihre "Excuse my Dust"- Serie Second-Hand-Textilien mit Mehl und Chlorbleiche behandelt. In der Ausstellung ist ein großes, bearbeitetes Stück Stoff, dessen Bemusterung einem Batiktuch ähnelt, an einer Wand befestigt. Dörfler-Raab will aufmerksam machen auf die Verschmutzung des Grundwassers durch die Färbe-und Bleichtechniken in der Textilindustrie.

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lara torres

Die Künstlerin Lara Torres will mit ihrem kontemplativen Video "Unmaking" (hier ein Ausschnitt) zum Nachdenken anregen: Wie stellen wir in Zukunft Mode her? Daneben steht ein Stuhl, auf dem ein unfertiger handgestrickter Pullover liegt.

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foto: stephanie potter corwin

Fast so unpraktisch wie High-Heels: Die Skulpturen von Kate Langrish-Smith ("Mode Metonym", 2017, Artefakt 2), wurden in einer Performance und während der Ausstellungsdauer als Video präsentiert. Sie werden am Körper befestigt und funktionieren als performative Hilfsmittel.

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foto: fernando lessa

Futuristisch wie urtümlich: Ana Rajčevićs tragbare Hörner hängen im Freiraum an der Wand. Ihre 2012 entstandene Arbeit heißt "Collection Animal – The Other Side of Evolution".

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foto: lisa edi

Sie studierte an der Angewandten Mode und Kunst, 2016 räumte Anna Schwarz mit ihrer Diplomkollektion den RONDO-Modepreis ab. Hier ihre Arbeit "Perception of Cloths" von 2016, fotografiert von Lisa Edi. Deren Fotoarbeiten sind in der Ausstellung zu sehen.


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