Schweiz sieht Aufnahme in graue Steueroasenliste der EU gelassen

10. Dezember 2017, 15:07
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47 Länder stehen unter Beobachtung der EU

Genf – Der Schweizer Finanzminister Ueli Maurer sieht die Entscheidung der EU, sein Land auf eine "graue Liste" der Steueroasen zu setzen, gelassen. Es gebe keinen Anlass für diesen Schritt, sagte Maurer den Zeitungen "Zentralschweiz am Sonntag" und "Ostschweiz am Sonntag".

Die Bedeutung der Liste halte er aber für "vernachlässigbar", da sich durch sie nichts an der Attraktivität des Landes bei ausländischen Firmen ändere.

Ausländische Unternehmen schätzten die Schweiz wegen ihrer Stabilität, ihrer Sicherheit und ihrer Zuverlässigkeit, erklärte der Finanzminister weiter. Er sehe keine Anzeichen dafür, dass der Schweizer Finanzplatz stärker unter Druck gerate.

"Schwarze Liste"

Die EU-Finanzminister hatten am Dienstag erstmals Steueroasen international an den Pranger gestellt: Sie setzten 17 Länder auf eine "schwarze Liste", die nach ihrer Ansicht zu wenig gegen Steuerflucht unternehmen. Zu ihnen zählen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Tunesien, Panama, die Mongolei, Südkorea, Barbados und die chinesische Sonderwirtschaftszone Macau.

Weitere 47 Länder, darunter die Schweiz, Liechtenstein und Serbien, kamen auf die "graue Liste" – sie haben zugesichert, ihre Steuerpraxis zu ändern und stehen nun unter Beobachtung. (APA, 10.12.2017)

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