30 Stunden Wochenarbeitszeit sind genug!

    Blog mit Video10. Dezember 2017, 12:55
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    Wie früher können neue Maschinen die Menschen von mühseliger Arbeit befreien, und vielleicht ist der Slogan der Zukunft: 20 Stunden reichen

    der standard

    Software kann heute Zeitungsartikel schreiben, Fabriken sind automatisiert, Roboter können Häuser bauen, 3D-Drucker Brücken ausdrucken. Das "zweite Maschinenzeitalter" wird enorme Produktivitätsfortschritte bringen. Der Wohlstand wird wachsen, und wir müssen uns auch nicht davor fürchten, dass uns die Automaten die Arbeit wegnehmen – denn wie schon in der Vergangenheit können neue Maschinen die Menschen von mühseliger Arbeit befreien. Die Voraussetzungen für einen Reichtum sind da, der alles übersteigt, was die Menschheit bisher gekannt hat.

    Vor 120 Jahren betrug die Arbeitszeit oft noch 70 Stunden die Woche, dann wurde sie nach und nach auf 60, dann auf 50 und später auf 40 Stunden reduziert. Immer haben die Unternehmen prophezeit, es werde die Welt untergehen. Aber in Wirklichkeit waren das die besten Jahre des industriellen Kapitalismus. Doch seit beinahe 40 Jahren ist die Reduktion der Arbeitszeit ins Stocken geraten. Denn wieder heißt es: Die Firmen könnten sich eine Arbeitszeitverkürzung nicht leisten.

    Und just in dieser Zeit sollen wir eine zunehmende Verlängerung der Arbeitszeit diskutieren auf bis zu 60 Stunden die Woche, zwölf Stunden am Tag und mit Ruhezeiten von nur acht Stunden? Wie bescheuert ist das denn?

    Das Gegenteil wäre richtig: endlich weiter voranschreiten mit der Reduktion der Normalarbeitszeit, fürs Erste auf 30 Stunden. Und, wer weiß, vielleicht ist ja der Slogan der Zukunft: 20 Stunden sind genug.

    In jedem Fall werden wir zu hören bekommen: zu teuer, Weltuntergang. Das Gleiche eben, was man Generationen vor uns schon gesagt hat. Die gut daran taten, diesem Unsinn keine Beachtung zu schenken. (Robert Misik, 10.12.2017)

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