Eiskletterer nach Lawinenabgang im Pongau verstorben

10. Dezember 2017, 17:06
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Zwei Kletterer wurden verschüttet. Einer konnte sich selbst befreien, der andere ist an der Unfallstelle verstorben

Bad Gastein – Bei einem Lawinenabgang im Bereich des Eisfalls "Federweiß" in Bad Gastein (Pongau) ist ein Eiskletterer ums Leben gekommen. Der Mann war trotz Reanimationsversuchen am Unglücksort verstorben. Sein Kletterkollege, der aus dem gleichen Ort kommt wie das Opfer, konnte sich selber befreien und die Rettungskräfte alarmieren, wie Rotes Kreuz und Polizei berichteten.

Toter war 24-jähriger Einheimischer

Bei dem verunglückten Eiskletterer handelte es sich um einen 24-Jährigen aus Dorfgastein. Der Mann musste aus einer Tiefe von zwei Metern ausgegraben werden. Rund 15 Minuten war er in den Schneemassen gefangen. Die Zweierseilschaft war trotz gesetzter Sicherungsschauben von der Lawine mitgerissen worden, berichtete die Polizei.

Nach einer Kletterlänge von etwa 30 Metern löste sich gegen 9.00 Uhr ein größeres Schneebrett. Zwei andere gerade aufsteigende Eiskletterer, die den Unfall beobachtet hatten, eilten zu den Verunglückten. Sie begannen mit der Suche und verständigten die Einsatzkräfte. Der 25-jährige Seilschaftskollege des Verunglückten wurde nur zum Teil vom Schnee verschüttet. Ihn flog der Rettungshubschrauber in das Unfallkrankenhaus Schwarzach. Die Polizei schloss Fremdverschulden aus.

Hubschrauber konnte nicht landen

Der Einsatz gestaltete sich für die Bergrettung und die Hundestaffel schwierig. Aufgrund eines starken Föhnsturms konnte der Hubschrauber nicht landen. Die Einsatzkräfte mussten daraufhin zu Fuß zum Unglücksort.

Der zweite Eiskletterer, der sich selber befreien konnte, wurde laut Polizei leicht verletzt.

Hohe Lawinengefahr in Westösterreich

Die Lawinengefahr im Westen Österreichs wurde am Sonntag weiter als erheblich (Stufe drei auf der fünfteiligen Skala) beurteilt. Das Land Tirol hat am Sonntagnachmittag angesichts der bevorstehenden Orkanböen eindringlich von Aktivitäten im Wald abgeraten und zu erhöhter Vorsicht im Hochgebirge gemahnt.

In den typischen Föhntälern des Tales war noch am Sonntag mit Sturmböen mit bis zu 100 km/h Windgeschwindigkeit zu rechnen. Am Montag sollten die Böen dann noch stärker ausfallen, die Lawinengefahr wird ansteigen.

Kombination von Neuschnee und Sturm

Am Montag wurden Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h im ganzen Land erwartet, in den klassischen Föhntälern auch bis zu 130 km/h. In Wäldern bestand durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume Lebensgefahr, hieß es seitens des Landesforstdiensts. Auch die Lawinensituation wird sich zuspitzen.

"Durch die Kombination von Neuschnee mit stürmischen bis orkanartigen Winden entsteht eine kritische Lawinensituation, bei welcher wir mit einer Lawinenwarnstufe 4 (große Lawinengefahr, Anm.) auf der fünfstufigen Skala rechnen", betonte Rudi Mair vom Lawinenwarndienst. Von Skitouren, Variantenfahrten und Aktivitäten im freien Gelände sei dringend abzuraten.

Die Landeswarnzentrale riet zur Vorsicht vor umherfliegenden Teilen. Lose Gegenstände im Garten oder auf dem Balkon sollten entsprechend verstaut und gesichert, Autos auf sicheren Parkplätzen abgestellt werden. Ein Ende des Sturmtiefs wurde für Dienstag früh prognostiziert. (APA, 10.12.2017)

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