Palästinenserpräsident Abbas sagt Treffen mit US-Vizepräsident ab

    9. Dezember 2017, 16:41
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    Fatah-Vertreter: Pence ist in Palästinensergebieten nicht willkommen, Abbas-Berater sieht "alle roten Linien überschritten"

    Ramallah/Jerusalem – Aus Protest gegen die Kehrtwende in der Jerusalem-Politik der USA hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ein Treffen mit US-Vizepräsident Mike Pence abgesagt. Die USA hätten mit der einseitigen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels "alle roten Linien überschritten", sagte Abbas' diplomatischer Berater Madschdi al-Chalidi am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Ramallah. Deswegen werde es kein Treffen mit Pence bei dessen bevorstehender Nahost-Reise geben.

    Pence in Palästina nicht willkommen

    Ein führender Vertreter von Abbas' Fatah-Partei, Dschibril Radschub, sagte, der US-Vizepräsident sei "in Palästina nicht willkommen". Pence plant noch vor Weihnachten einen Besuch in Israel, auch eine Visite in den Palästinensergebieten war zunächst geplant. Am Donnerstag hatte das Weiße Haus die palästinensische Autonomiebehörde vor einer Absage gewarnt: Dies wäre "konterproduktiv".

    Auch Papst der Kopten wird Pence nicht treffen

    Auch das Oberhaupt der koptischen Christen in Ägypten, Tawadros II., will Pence nicht treffen. Ein Termin der Kirche mit Pence bei seinem Besuch in Kairo Mitte Dezember werde nicht stattfinden, teilten die Kopten am Samstag mit.

    Tawadros II. wurde in der Stellungnahme nicht direkt erwähnt. Er trägt den Titel "Papst von Alexandria und Patriarch des Heiligen Stuhls von St. Markus".

    Die Entscheidung von Präsident Donald Trump habe die Gefühle von Millionen Arabern nicht beachtet, hieß es weiter. "Wir beten dafür, dass jeder genug Weisheit und Rationalität bei der Behandlung von Themen hat, die den Frieden der Menschen im Nahen Osten beeinflussen."

    Am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und angekündigt, die US-Botschaft von Tel Aviv dorthin zu verlegen. Dies führte zu Empörung und Protesten auf palästinensischer Seite.

    Der endgültige Status Jerusalem ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Die Palästinenser beanspruchen den 1967 von Israel besetzten und 1980 annektierten Ostteil Jerusalems als künftige Hauptstadt ihres angestrebten eigenen Staates. (APA, 9.12.2017)

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