Salzburg: Widerstand der Noch-Demokratien

10. Dezember 2017, 07:00
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Am Thomas-Bernhard-Institut des Mozarteums wird am Montag mit Regisseur Árpád Schilling diskutiert

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Der berühmte Satz von Bertolt Brecht ist während der Nazidiktatur entstanden. Derzeit gibt es in den USA und den europäischen Staaten zwar (noch) keine faschistische Diktatur, aber einen signifikanten Rechtsruck, der sich auch in Kundgebungen und Aktionen einschlägiger Gruppen manifestiert.

Darüber hinaus verbreiten vor allem in Osteuropa "echte" Neofaschisten Angst und Schrecken. Die paramilitärischen Garden finden in einer Atmosphäre zunehmender rassistischer Ressentiments breite Unterstützung, zudem sitzen rechtsextreme Parteien wie die ungarische Jobbik in den Parlamenten.

Gegen den Strom

Dagegen erheben immer wieder auch Künstler ihre Stimme, am Mozarteum, genauer dem Thomas-Bernhard-Institut, folgt man dem Lebensmotto des Namensgebers, dem das Schwimmen gegen den Strom immer wichtig war.

Am Montag leitet Kai Ohrem dazu eine Diskussion (in englischer Sprache) mit dem ungarischen Regisseur Árpád Schilling: In die entgegengesetzte Richtung thematisiert nicht nur die letzten Wahlergebnisse, sondern eine umfassende Bewegung mitteleuropäischer und ostmitteleuropäischer "Noch-Demokratien", "Noch-So-Gerade-Demokratien" oder "Beinahe-Schon-Ex-Demokratien" hin zu Abschottung, Autoritarismus, Nationalismus, Zensur, Populismus und Fremdenfeindlichkeit. Freier Eintritt. (dog, 9.12.2017)

11. 12., Mozarteum, Salzburg, Probebühne 1, Paris-Lodron-Straße 9, 19.00

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