Antisemitische Sprüche und Symbole bei Jerusalem-Demo in Wien

9. Dezember 2017, 21:39
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Kundgebung vor US-Botschaft – Bis zu 700 Teilnehmer laut Polizei, Beobachter berichten von "Intifada"-Sprechchören

Jerusalem/Wien – In Wien hat es wie in vielen anderen europäischen Städten am Freitagnachmittag Proteste gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, gegeben. Laut Polizei versammelten sich um 14.00 Uhr rund 400 Personen vor der US-Botschaft in Wien-Alsergrund. Anschließend zogen die Demonstranten von der Polizei begleitet in Richtung Währinger Straße.

Bis auf eine Personenfeststellung, sei die unter dem Namen "Kundgebung Jerusalem Hauptstadt Palästinas" angemeldete Veranstaltung friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Antisemitische Sprüche und Symbole

Nicht ganz so friedlich nahmen das die Beobachter wahr, die dem STANDARD auch von einer Reihe antisemitischer Sprüche und Symbole erzählen. Laut einem Mann, der nicht genannt werden möchte, gab es "Intifada"-Sprechchöre und es wurde "Kindermörder Israel" und "Israel Terrorist" skandiert. Auch "Tod" bzw. "Vernichtung an Israel" soll laut einem Dolmetscher gerufen worden sein. Dem STANDARD liegt Video-Material vor.

timo müller
Bis auf eine Personenfeststellung, sei die unter dem Namen "Kundgebung Jerusalem Hauptstadt Palästinas" angemeldete Veranstaltung friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Neben türkischen und palästinensischen Flaggen wurde auch ein Schild mit einem Davidstern, in dessen Zentrum ein Hakenkreuz zu sehen ist, in die Höhe gehalten.

Am Ende der Veranstaltung gegen 16.30 Uhr, seien etwa 700 Personen anwesend gewesen.

Proteste in Europa

In Athen haben ebenfalls rund 1.000 in Griechenland lebende Palästinenser am Freitagabendgegen die Jerusalem-Entscheidung protestiert. Vor dem griechischen Parlament zündeten sie eine israelische Fahne an. "Stoppt die Zionisten" und "Jerusalem gehört uns", skandierten sie, wie Rundfunkreporter berichteten.

Auch in Berlin wurden israelische Fahnen verbrannt. Rund 1.200 Menschen haben vor dem Brandenburger Tor in Berlin protestiert. Die Kundgebung in der Nähe der US-Botschaft, bei der zahlreiche Palästinenser-Fahnen geschwenkt wurden, sei ohne größere Störungen verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. (red, APA, 8.12.2017)

  • Demonstranten vor der US-Botschaft in Wien.
    foto: apa/expa/michael gruber

    Demonstranten vor der US-Botschaft in Wien.

  • "Nieder mit den Imperialisten" und ein Hakenkreuz im Davidstern.
    timo müller

    "Nieder mit den Imperialisten" und ein Hakenkreuz im Davidstern.

  • Bei der Demonstration soll auch "Tod" bzw. "Vernichtung an Israel" skandiert worden sein.
    timo müller

    Bei der Demonstration soll auch "Tod" bzw. "Vernichtung an Israel" skandiert worden sein.

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