Kulturkampf um den Nikolo

Einserkastl9. Dezember 2017, 17:48
811 Postings

Die Story über ein angebliches "Nikolo-und Christkindl"-Verbot in der Zeitung "Österreich" ist falsch

Wir werden noch viele Fake- News, halbe Fake-News und echte Problemgeschichten über die religiös-kulturellen neuen Realitäten in unseren Schulen serviert bekommen. Die Story über ein angebliches "Nikolo-und Christkindl"-Verbot plus Zwang zum Türkischlernen an einer Floridsdorfer Volksschule in Österreich ist falsch.

Aber es gibt natürlich viele Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache. Mittlerweile tobt auf Straches Facebookseite und in den sonstigen "sozialen Medien" der Kulturkampf.

Der heilige Nikolaus war übrigens wohl ein byzantinischer Grieche, lebte in der heutigen Südosttürkei als (früh-)christlicher Wohltäter für Kinder, rund 700 Jahre vor der Ankunft der ersten Turkvölker, und wurde ziemlich bald danach auch in Europa verehrt. Seine nach Bari in Süditalien verbrachten Reliquien (Gebeine) dienten um 1100 den dort startenden Kreuzrittern als Ansporn.

Wien ist eine Einwandererstadt, und wer das nicht wahrhaben will oder glaubt, daran ließe sich mit irgendwelchen FPÖ-Maßnahmen etwas "verbessern", der lebt hinter dem Mond. Im September 2017 gab es rund 32.000 Muslime in Wiener Volksschulen und Neuen Mittelschulen, 30.000 Katholiken, 10.000 Serbisch-Orthodoxe und 15.000 Konfessionslose.

So, das ist die Realität – und mit der muss man umgehen, möglichst ohne liebgewordene Traditionen zu verletzen. Wird nicht leichter durch Kulturkampf in Krawallmedien. (Hans Rauscher, 8.12.2017)

Share if you care.