Österreich und Russland erwägen gemeinsame Historikerkonferenz

8. Dezember 2017, 12:57
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Außenminister Lawrow sprach mit Alt-Bundespräsident Fischer. Aufarbeitung der Jahre 1918 bis 1938 geplant

Wien – Russland und Österreich wollen im Gedenkjahr 2018 gemeinsam ihre Geschichte aufarbeiten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Freitag bei einem Treffen mit Alt-Bundespräsident Heinz Fischer eine bilaterale Historikerkonferenz ins Spiel gebracht, bei der die Jahre zwischen 1918 und 1938 behandelt werden sollten, teilte eine Sprecherin Fischers der APA mit.

Fischer ist nach dem Ende seiner Amtszeit zum Regierungskoordinator für das Jahr 2018, in dem Österreich 100 Jahre Republik feiert, bestellt worden. Lawrow hält sich zum OSZE-Ministerrat in Wien auf. Fischer traf er am Freitagvormittag in einem Wiener Innenstadthotel, bevor Lawrow in der Wiener Hofburg eine Pressekonferenz abhielt.

Fischer und Lawrow hätten die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und Österreich "umfassend" erörtert, aber auch über die Entwicklung in Syrien sowie die "Konsequenzen der eingeleiteten Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem" gesprochen, wie es von Fischers Sprecherin hieß.

Ex-Präsident Fischer hat sich auch am Höhepunkt des Ukraine-Konflikts um einen Dialog mit Russland bemüht und davor gewarnt, zu viel Druck auf Moskau auszuüben. Russische Spitzenpolitiker klopfen bei Wien-Besuchen regelmäßig bei ihm an.

Mit Fischers Nachfolger Alexander Van der Bellen war Lawrow bereits am Mittwochabend, nach seiner Anreise zum OSZE-Ministerrat, zusammengetroffen. Auch bei diesem Gespräch ging es um das Gedenkjahr 2018. (APA, 8.12.2017)

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