Golf GTI: Einmal gescheit auf Zug abfahren

    12. Dezember 2017, 11:25
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    Der Golf GTI ist ein quirliger Frontantriebssportler, grad richtig motorisiert

    Wien/Burgenland – Ein Frontantrieb, der von einem Vierzylindermotor versorgt wird, ist in der Regel nicht das Ausgangsmaterial für eine schöne automobile Heldengeschichte. Und trotzdem begann eine solche genau so, im Sommer 1976, mit dem Golf GTI. 110 PS in einem Kompaktwagen. Damals war das eine Ansage. Der Kleine ärgerte die Großen. Der GTI wurde zur eigenen Marke, zum Kult, dessen Jünger sich heute noch einmal im Jahr treffen.

    foto: guido gluschitsch
    Ah, ein Golf, sagt der Laie, bis er merkt, dass der sich gar schnell entfernen kann. Doch kein Golf. Ein GTI.

    Gut 40 Jahre später dreht sich keiner mehr nach einem neuen GTI um, schaut dir anerkennend nach oder belagert regelrecht dein Auto auf dem Parkplatz. Nicht einmal wenn der GTI in der Performancevariante daherkommt, mit stolzen 245 PS. Dabei hätte es dieser GTI mehr verdient als jeder andere. Er kombiniert die unkomplizierte Alltagstauglichkeit eines Golfs mit einer herzerfrischenden Sportlichkeit wie keiner vor ihm.

    foto: guido gluschitsch
    Von hinten erkennt man am GTI-Logo und den beiden Endrohren den bösen Golf.

    Ja, Spaß kann man auch mit einem Fronthaxler haben. Ohne Sperre. Man glaubt es kaum. Befürchtungen, dass einem die Antriebskräfte beim Beschleunigen fast das Lenkrad aus der Hand reißen, sind unbegründet. Der GTI baut eine Traktion auf, dass man meinen könnte, da ist vorn ein Magnet eingebaut – und er fährt sich so herrlich schön auf Zug – und begeistert sogar jene, die sonst nur auf Hinterradler stehen.

    foto: guido gluschitsch
    Innen, auch alles Golf, bis auf den Clark-Stoff der Sitze.

    Da ist Volkswagen anscheinend die ideale Mischung gelungen. Leistung, Drehmoment, Gasannahme, Fahrwerk, Lenkung – da passt alles zusammen. Zumindest im Sportmodus. Hat man den erst einmal aktiviert, vergisst der GTI das aber eh nicht mehr und man muss ihn nicht bei jedem Start neu einschalten. Jetzt ist der Wagen permanent so knackig, dass man beim Umsteigen in ein anderes Auto fuchsteufelswild werden könnte, weil dort alles so brav ist.

    foto: guido gluschitsch
    Der Golf GTI inspierte in den 1990er Jahren auch die Wiener Band Fünfhaus Posse.

    Gleichzeitig ist der GTI aber nicht im Ansatz prollig, ja, ein wenig rotzig, aber nicht laut. Nur auf die Sitze muss man gut aufpassen, damit man sich den – eh schon seit dem Einser-GTI legendären – Clark-Stoff ja nicht dreckig macht. (Guido Gluschitsch, 12.12.2017)

    foto: guido gluschitsch

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    Volkswagen

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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