Wegen Buschfeuern gilt erstmals Alarmstufe Violett in Kalifornien

    7. Dezember 2017, 06:02
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    Feuer bedroht Metropole Los Angeles 200.000 Menschen auf der Flucht

    Los Angeles – Die in Kalifornien wütenden Buschbrände haben bis Donnerstag mehr als 200.000 Menschen in die Flucht getrieben. Tausende Häuser der Region Los Angeles waren von den Flammen bedroht, darunter auch Villen von Prominenten im Nobelstadtteil Bel Air. Wegen der extremen Gefahr riefen die Behörden zum ersten Mal die Alarmstufe "Violett" aus.

    Winde behindern Löscharbeiten

    Nach Angaben der kalifornischen Feuerwehr behinderten starke Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern die Löscharbeiten. Die Feuerwehr rief die Anrainer zur höchsten Wachsamkeit auf. Sie müssten jederzeit auf Evakuierungen vorbereitet sein. Wer sich nicht sicher fühle, solle sich in Sicherheit bringen.

    foto: mario tama/getty images/afp
    Szenen von Löscharbeiten am Freeway 101 nördlich von Ventura, Kalifornien.

    Zehntausende verließen ihre Häuser

    Laut dem Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, mussten seit Montag 230.000 Menschen in den benachbarten Regionen Los Angeles und Ventura ihre Häuser verlassen. Die heftigen Winde ließen die Flammen regelrecht explodieren, warnte Garcetti. Die Einwohner seiner Millionen-Stadt seien am stärksten bedroht, aber auch besonders zäh, lobte er.

    Eine Familie steht in den Trümmern ihres Hauses in Ventura.

    Auch Prominente betroffen

    Im Nobelviertel Bel Air ging die Polizei von Tür zu Tür, um sicherzustellen, dass alle Einwohner ihre Häuser verlassen haben. US-Medienberichten zufolge bedrohte ein erst wenige Stunden zuvor ausgebrochener Brand das Anwesen von Medienzar Rupert Murdoch. Soulsänger Lionel Richie sagte ein Konzert ab, um seiner Ex-Frau bei der Evakuierung zu helfen. Auch andere Prominente mussten nach eigenen Angaben flüchten.

    foto: apa/afp/mark ralston
    Dichte Rauchschwaden am Mittwoch am Mondo Beach, einem öffentlichen Strand in Kalifornien.

    Getty-Museum geschlossen

    Der Wetterdienst warnte, dass die Brände sich weiter ausbreiten und das berühmte Kunstmuseum Getty Center bedrohen könnten. Das Museum und ein zweiter Standort der Getty-Sammlung wurden vorsichtshalber geschlossen, ebenso wie die Schnellstraße Freeway 405. Das Museum versicherte, seine Kunstwerke seien durch spezielle Luftfiltersysteme vor dem Rauch geschützt.

    foto: apa/afp/kyle grillot
    Aufnahmen von Mitwochabend in der Stadt Santa Paula in Kalifornien.

    Die Evakuierungszone umfasste eine Reihe weiterer Luxus-Wohngegenden von Los Angeles, vom Mulholland Drive im Norden bis zum Sunset Boulevard im Süden. Auch die berühmte Universität von Kalifornien wurde evakuiert, dutzende Schulen wurden geschlossen.

    Mindestens ein Toter

    Unterdessen blieben die Brände in Ventura County außer Kontrolle. Allein dort mussten mindestens 50.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Mindestens ein Mensch kam durch die Feuer ums Leben. Die Flammen erreichten nach Angaben von Feuerwehrchef Mark Lorenzen den östlichen Stadtrand von Ventura am Pazifischen Ozean. Mehr als 12.000 Gebäude sind bedroht.

    foto: ap
    Eine Straße im Bezirk Ventura County nordwestlich von Los Angeles, wo die Brände außer Kontrolle waren.

    Tausende Feuerwehrleute im Einsatz

    Mindestens 4.000 Feuerwehrleute waren im Kampf gegen die verschiedenen Brände im Einsatz. Der Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien, Jerry Brown, verhängte den Notstand. Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema stellte Nothilfe-Gelder zur Verfügung. US-Präsident Donald Trump erklärte über Twitter, seine "Gedanken und Gebete" seien mit Kalifornien.

    foto: afp/ mark ralston
    Dichter Rauch über Ventura.

    Die Region leidet bereits seit Jahren unter einer Dürre, was die rasante Ausbreitung der Flammen begünstigt. Der an der Westküste gelegene bevölkerungsreichste US-Staat wurde dieses Jahr bereits von mehreren verheerenden Bränden heimgesucht. Im Oktober kamen bei Flächenbränden in den weiter nördlich gelegenen Weinanbaugebieten mehr als 40 Menschen ums Leben. (APA, 7.12.2017)

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