Wien, Salzburg, Graz, Klagenfurt: Wo man Villen will

    Ansichtssache17. Dezember 2017, 11:59
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    Eine Villa war ursprünglich ein Sommersitz auf dem Land, später wurden auch freistehende Häuser des Großbürgertums so bezeichnet. Heute gilt: Wer das nötige Kleingeld und ein wenig Geduld hat, wird fast überall fündig

    foto: marlies muhr immobilien

    In Salzburg sind Villen oft in den Stadtteilen Aigen und Parsch zu finden bzw. "überall am Fuß des Gaisbergs, bis Elsbethen hinunter", wie Maklerin Marlies Muhr erklärt. Bis zwei Millionen Euro sei die Nachfrage riesig, das Angebot aber mickrig. Der Durchschnittspreis liege bei 4,5 bis 5 Millionen Euro, die Durchschnittsgröße bei einer Wohnfläche zwischen 300 und 350 m². Daraus einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis zu berechnen, mache aber keinen Sinn, so Muhr, weil die Objekte zu unterschiedlich sind. "Und der Salzburger Markt ist auch nicht mit Wien vergleichbar, wir haben hier beispielsweise keine Botschaften." Käufer in Salzburg würden dafür aber "wirklich zum Wohnen kaufen".

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    foto: otto immobilien

    In Wien gibt es Villengegenden bevorzugt in den westlichen Bezirken, dort wo der Wienerwald anfängt bzw. aufhört. Das berühmteste, weil erste Villenviertel ist aber das Cottage in den Bezirken Währing und Döbling, entstanden als städtebauliches Experiment Mitte des 19. Jahrhunderts. In den beiden Bezirken werden laut einem aktuellen Marktbericht von Otto Immobilien jedes Jahr etwa 40 Villen verkauft, der mittlere Kaufpreis lag zuletzt bei rund zwei Millionen Euro, berichtet Otto-Expertin Elfie Zipper. Den Gesamtbestand erhob man bei Otto kürzlich auch: Demnach gibt es genau 2889 Villen in Währing und Döbling. Etwa 70 davon sind aktuell zu haben, der Markt ist aber äußerst diskret.

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    foto: realitäten perkonig

    In Klagenfurt ist das Villenviertel eindeutig der Stadtteil St. Martin mit dem Kreuzbergl, dem Hausberg der Kärntner Landeshauptstadt. Von der Beethovenstraße und der noch etwas erhöht liegenden Kinkstraße hat man einen sehr schönen Ausblick. Makler Paul Perkonig hat auch einen guten Blick auf die dortigen Preise, diese erreichen bis zu 1,5 Millionen Euro, je nach Größe, Zustand und Lage. Wie fast überall ist die Nachfrage sehr groß, das Angebot sehr klein. Weniger als zehn Transaktionen gebe es hier jedes Jahr. Manchmal wird auch eine Villa gekauft, um sie abzureißen und einen Neubau hinzustellen. Einigen älteren Häusern ist dieses Schicksal in den letzten Jahren widerfahren.

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    foto: immobilien eder

    In Graz gibt es mehrere Villenviertel, etwa am Ruckerlberg im Bezirk Waltendorf oder im Bezirk Mariatrost. Die Gegend rund um den Botanischen Garten in Geidorf etwas östlich der Innenstadt gilt aber als das exklusivste Villenviertel der steirischen Landeshauptstadt. Maklerin Luise Eder vermittelt dort jedes Jahr eine Handvoll Villen, die Preise erreichen schon einmal 2,5 Millionen Euro. Dass es zu wenig Angebot gibt, kann sie nicht berichten: Es werde viel angeboten, auch weil die Preise in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Villen werden häufig deshalb verkauft, weil jemand wegzieht "oder weil die nachkommende Generation anderswo einen Neubau bevorzugt", wie sie sagt. (Martin Putschögl, 17.12.2017)

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