Für Spielverderber: Wie man (fast) immer bei "Monopoly" gewinnt

    8. Dezember 2017, 11:00
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    Immobilienkrise als Schlüssel zum Erfolg – und zu großer Unbeliebtheit bei Freunden und Familie

    Es ist ein Klassiker im Wohnzimmerschrank: Hasbros "Monopoly". Das Brettspiel um Geld und Grundstücke gehört zu den beliebtesten Vertreter seiner Gattung und wurde mittlerweile in unzähligen Sondereditionen – von Wien bis "Star Wars" – aufgelegt. Es ist mitunter auch ein Belastungstest für Freundschaften und Beziehungen.

    Wer sich diesem Stress gewachsen fühlt oder seine Mitmenschen einfach richtig frustrieren möchte, kann sich an ein paar einfache Regeln halten, um bei dem Spiel zuverlässig als Sieger vom Platz zu gehen. Die Strategie trägt den Namen "Elfer-Technik". Die Bezeichnung geht allerdings nicht auf die Zahl 11 zurück, sondern auf den gleichnamigen Reddit-Nutzer, der sie per Anleitung auf Imgur bekannt gemacht hat.

    Angebot und Nachfrage

    Wer denkt, die klügste Herangehensweise für "Monopoly" sei es, möglichst schnell Hotels aus dem Boden zu stampfen, der irrt. Viel effektiver ist es, eine handfeste Immobilienkrise vom Zaun zu brechen. Dazu nutzt man die Aufstellung und Regeln des Spieles bestmöglich für sich aus.

    Ein vollständiges "Monopoly"-Set beinhaltet neben Spielbrett, Figuren, Geld und Karten 32 Häuser und 12 Hotels. Sind alle 32 Häuser gebaut, können keine weiteren errichtet werden, bis wieder neue verfügbar sind – etwa weil ein Spieler ein Hotel errichtet. Die Regeln sehen nicht vor, dass zusätzliche Häuser verfügbar gemacht werden, in dem man etwa Münzen oder andere Platzhalter ins Spiel bringt. Das ermöglicht ein einfaches Spiel mit Angebot und Nachfrage.

    Kaufen, kaufen, kaufen

    Im ersten Schritt sollte man demnach versuchen, so viele Grundstücke wie möglich zu erwerben. Je schneller man ein Monopol in Form einer Reihe zusammengehörender Liegenschaften hat, desto besser. Dabei spielen einem die Regeln in die Hände.

    Denn was viele Spieler nicht zu wissen scheinen: Landet ein Konkurrent auf einem freien Grundstück und will dieses nicht kaufen, so wird es von der Bank allgemein zur Auktion gestellt. Jeder Spieler, inklusive demjenigen, der es zum regulären Preis nicht haben wollte, kann dafür einen beliebigen Betrag innerhalb seines Budgets bieten. Wer am meisten bietet, erhält es. Diese Regel ist auch wichtig, weil sie sicherstellt, dass sich eine Partie nicht ewig in die Länge zieht.

    Da man sich selbst auf das erste Monopol konzentriert, hat man im Grundstückshandel mit den anderen Spielern gute Karten. Man kann auch Wucherpreise zahlen, wichtig ist nur, dass man möglichst flott eine ganze "Straße" hat – idealerweise eine, die aus drei Grundstücken besteht. Ein weiterer Vorteil ist, dass gerade günstigere Liegenschaften sich besser für die Elfer-Strategie eigenen, da dort auch der Hausbau billiger ist.

    Häuser, Häuser, Häuser

    Sobald man das erste Monopol komplett hat, sollte man sofort damit beginnen, darauf Häuser zu errichten. Gleichzeitig sollte man auch schon das zweite Monopol anvisieren. Sobald dies geglückt ist, gilt es, auf allen geeigneten Feldern zuerst drei Häuser zu errichten und anschließend überall auch ein viertes dazu zu stellen.

    Mit sechs Grundstücken und jeweils vier Häusern verfügt man anschließend über 24 der 32 im Spiel befindlichen Häuser, also eine Satte Drei-Viertel-Mehrheit. Ab diesem Punkt kann man, so es sich anbietet, auch weitere Grundstücke zukaufen, muss aber im Prinzip nur noch weiter zusehen und etwas Würfelglück haben. Denn die Gegner sollten dank der Häuserknappheit bis dahin weit genug zurückgefallen sein.

    Langfristiger Vorteil in der Ressourcenschlacht

    Ab diesem Punkt sollte man auch keine unpassenden Liegenschaften mehr als Ersatz für Mietschulden der Gegner akzeptieren. Dies führt dazu, dass diese ihre Gebäude und Grundstücke veräußern müssen, um bezahlen zu können – damit hat man die Partie schon fast sicher gewonnen.

    Denn dies kann man sich zunutze machen, um in den Auktionen zu obsiegen und weitere Monopole zu schaffen, die man ebenfalls mit Häusern zupflastert, sofern noch welche verfügbar sind. Die nunmehr eingetretene Ressourcenverschiebung zu den eigenen Gunsten sollte es nur zu einer Frage der Zeit machen, bis die Konkurrenz samt und sonders in den Bankrott schlittert.

    foto: hasbro
    Leicht erzürnbare Verwandte könnten auf die Elfer-Strategie empfindlich reagieren.

    Anleitung zur Unbeliebtheit

    Einschränkend muss natürlich gesagt werden, dass es einer gewissen Pingeligkeit bedarf, um mit der Elfer-Strategie erfolgreich zu sein. Denn sie beruht eben auf einer strikten Einhaltung der Spielregeln, die – wie erwähnt – keine Erweiterung des verfügbaren Hausbestands vorsehen. Auch Grausamkeitsvorwürfe der Mitspieler muss man an sich abperlen lassen, auch wenn man damit eine Beziehungskrise riskiert.

    Es gibt übrigens auch noch weitere Details bei "Monopoly", die vielen Spielern nicht bekannt sein dürften. Beispielsweise ist es sehr wohl erlaubt, auch in der ersten Runde schon Grundstücke zu kaufen. Und das "Frei Parken"-Feld beschert auch keine Bonuszahlung, sondern dient dazu – wie der Name es bereits suggeriert – die eigene Figur eben eine Runde lang gebührenfrei darauf abzustellen. (Georg Pichler, 8.12.2017)

    • Häuser, nicht Hotels, sind der Schlüssel zum Erfolg.
      foto: hasbro

      Häuser, nicht Hotels, sind der Schlüssel zum Erfolg.

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