Soldaten feiern Raketentest in Nordkorea

2. Dezember 2017, 10:30
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Tausende Menschen sollen sich in Pjöngjang nach einem neuen Raketentest versammelt haben. Hawaii testet indes wieder Sirenen für den Fall eines Atomangriffs

Pjöngjang – In Nordkorea haben den Staatsmedien zufolge tausende Menschen den jüngsten Raketentest des Landes gefeiert. Wie auf Fotos in der Parteizeitung "Rodong Sinmun" zu sehen war, versammelten sich tausende Soldaten und Zivilisten auf dem Kim-Il-Sung-Platz in der Hauptstadt Pjöngjang, der mit riesigen Porträts des ehemaligen Machthabers dekoriert war.

"Wir feiern den erfolgreichen Test einer Hwasong-15, welcher der ganzen Welt Nordkoreas Macht und Großartigkeit gezeigt hat", war demnach auf einem Spruchband bei der Veranstaltung vom Freitag zu lesen.

Schon am Mittwoch hatte Nordkorea eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 getestet. Damit liege das gesamte US-Festland in Reichweite nordkoreanischer Raketen, teilte Pjöngjang anschließend mit. Machthaber Kim Jong-Un erklärte, der Test habe seinem Land geholfen, das Ziel einer Atommacht zu erreichen.

Kim selbst blieb den Propaganda-Feierlichkeiten in Pjöngjang fern. Ranghohe Vertreter aus Militär, Partei und Regierung waren aber anwesend. Der Vize-Vorsitzende des Zentralkomitees der Partei, Pak Kwang-ho, sagte in einer Ansprache, die USA seien vom Erstarken von Nordkoreas nuklearer Kraft "erschüttert" worden und könnten versuchen, provokative Schritte zu unternehmen. Er wiederholte Kims Warnung, dass Nordkorea mit den "härtesten Gegenmaßnahmen der Geschichte" reagieren werde.

Hawai testet Sirenen gegen Atomangriff

Der US-Staat Hawaii hat am Freitag indes erstmals seit dem Ende des Kalten Krieges wieder Sirenen getestet, die vor einem atomaren Angriff warnen sollen. Vor dem Hintergrund einer möglichen Bedrohung durch Nordkorea hatte der Pazifik-Staat diese Maßnahme zuvor angekündigt, um Hawaiis Einwohner so für einen Ernstfall zu sensibilisieren. Pjöngjang hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gedroht, US-Gebiet zu attackieren.

Erst sei das übliche Warnsignal für Naturkatastrophen, wie Tsunami oder Hurrikans, getestet worden, gefolgt von der einminütigen Sirene, die vor atomaren Angriffen warnt, berichtete die Zeitung "Star Advertiser". Der Signalton habe bei ihm Gänsehaut ausgelöst, sagte ein Urlauber aus Oregon dem Blatt. Die Sirenen sollen am ersten Wochentag eines jeden Monats getestet werden.

Unterdessen will der UN-Sicherheitsrat am 15. Dezember tagen, um über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm zu beraten. Eine weitere Zusammenkunft des Gremiums sei voraussichtlich für den 11. Dezember geplant, sagte der japanische UN-Botschafter Koro Bessho. An diesem Termin wolle man sich mit den Menschenrechtsverletzungen in dem asiatischen Land befassen. (APA, 2.12.2017)

  • Nordkoreanische Soldaten bei einem Aufmarsch in Pjöngjang, nachdem der Machthaber Kim Jong-Un sein Land sei zu einer Atommacht erklärte.
    foto: apa / afp / kcna via kns

    Nordkoreanische Soldaten bei einem Aufmarsch in Pjöngjang, nachdem der Machthaber Kim Jong-Un sein Land sei zu einer Atommacht erklärte.

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