Russland sieht keinen Bedarf an schärferen Dopingkontrollen

1. Dezember 2017, 12:28
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Mutko: keine Auffälligkeiten bei WM 2014, Existenz eines staatlichen Manipulationssystems "unmöglich"

Moskau – WM-Gastgeber Russland weist Forderungen nach schärferen Dopingkontrollen im Fußball zurück. In diesem Jahr seien in Russland auf allen Ebenen rund 30 Proben genommen worden – in der Liga, im Europacup und bei diversen Nationalteams. "Die Existenz eines Manipulationssystems auf staatlicher Ebene ist unmöglich", sagte Vizeregierungschef Witali Mutko am Freitag der Agentur Tass.

Wenige Tage vor der Auslosung der WM-Gruppen an diesem Freitag (16 Uhr MEZ) waren erneut Dopingvorwürfe gegen das russische Team aufgekommen. Laut Medienberichten steht die WM-Mannschaft von 2014 unter Verdacht. Die Debatte knüpft an den Dopingskandal um russische Leichtathleten und Wintersportler an. Die Fifa habe allerdings in einem Brief geschrieben, dass in den Proben der WM 2014 nichts sichergestellt worden sei, sagte Mutko jetzt.

Infantino wehrt sich

Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte für die WM 2018 intensive Kontrollen angekündigt. Fifa-Chefmediziner Michel D'Hooghe sagte, die Proben würden komplett von internationalen Spezialisten genommen und bearbeitet, "die russischen Organisatoren haben nichts in der Hand".

Infantino erklärte bei einem Pressetermin mit Mutko, der Weltverband werde sich nicht an Spekulationen über eine bestimmte Situation beteiligen. Er bekräftigte, dass Fifa ihre Dopingtests auch außerhalb von Wettkämpfen durchführe und alle Proben des Confed-Cups 2017, der EM 2016 und der WM 2014 negativ gewesen seien. Jedenfalls werde die Entscheidung des IOC über die Teilnahme Russlands an den Winterspielen 2018 in Pyeongchang keinen Einfluss auf die Fußball-WM in Russland haben. (APA, red, 1.12.2017)

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