Kataloniens abgesetzter Vizeregierungschef muss in Madrid aussagen

    1. Dezember 2017, 11:28
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    Neben Oriol Junqueras müssen auch sieben weitere Ex-Minister vor Gericht erscheinen, danach soll über ihre Freilassung entschieden werden

    Barcelona/Madrid – Vor dem Obersten Gericht in Madrid hat am Freitag die Anhörung der in Untersuchungshaft genommenen früheren Minister der separatistischen katalanischen Regionalregierung begonnen. Als erste sollten der ehemalige Vizeregierungschef Oriol Junqueras und Ex-Außenminister Raul Romeva vernommen werden, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press.

    Der zuständige Richter Pablo Llarena will anschließend über eine mögliche Freilassung der insgesamt acht Politiker aus der Untersuchungshaft entscheiden. Die Katalanen waren nach dem Unabhängigkeitsbeschluss des Regionalparlaments in Barcelona Ende Oktober verhört und Anfang November in U-Haft genommen worden. Ihnen werden Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Vor wenigen Tagen hatten Junqueras und seine Mitstreiter offiziell um ihre Freilassung gebeten, um Wahlkampf machen zu können. Für den 21. Dezember sind in Katalonien Neuwahlen angesetzt.

    Am Freitag sollten auch die Anführer der einflussreichen katalanischen Gruppierungen Katalanische Nationalversammlung (ANC) und Omnium Cultural, Jordi Sanchez und Jordi Cuixart, angehört werden. Sie sind bereits seit Mitte Oktober im Gefängnis. Die Justiz beschuldigt sie des "aufrührerischen Verhaltens". (APA, 1.12.2017)

    • Der juristische Prozess gegen Protagonisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung läuft weiter.
      foto: ap photo/francisco seco

      Der juristische Prozess gegen Protagonisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung läuft weiter.

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